Halberstadt/Frankfurt/Main (dpa). Im Tarifstreit bei den Lokführern verschärfen beide Seiten die Gangart. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) verlängerte ihre ursprünglich bis gestern geplanten Streiks unter anderem beim Bahnkonkurrenten Veolia bis Montag, 2.00 Uhr. Veolia sperrte gestern die bei der Mitteldeutschen Regiobahn streikenden Lokführer aus. Damit müssen Bahnreisende im Streckennetz des Harz-Elbe-Expresses (HEX) und der Mitteldeutschen Regiobahn im Großraum Leipzig länger als geplant mit Behinderungen rechnen.

Die streikenden Lokführer dürften das Betriebsgelände nicht mehr betreten, sagte ein Unternehmenssprecher. Es handle sich aber nur um Einzelfälle. 80 Prozent der Lokführer beteiligten sich nicht an dem Streik. Es gehe darum, dass die übrige Belegschaft in Ruhe arbeiten könne und nicht beeinflusst werde, sagte der Sprecher.

Auch bei dem zu Veolia gehörenden Harz-Elbe-Express (HEX) wird weiter gestreikt. Dort habe es aber keine Aussperrungen gegeben. Der Veolia-Regionalleiter Nord-Ost, Andreas Trillmich, betonte, die Unternehmen seien bis an die Grenzen des Finanzierbaren gegangen und hätten erhebliche Lohnsteigerungen angeboten. Ein Rahmentarifvertrag nur für die Lokführer könne jedoch nicht akzeptiert werden.

Ein GDL-Sprecher kritisierte die Aussperrungen. "Natürlich werden die Umgangsformen härter", sagte er. Der bis Montag verlängerte Streik werde noch mehr Druck auf die Arbeitgeber ausüben. Die Kosten dürften sich bei Mitteldeutscher Regiobahn und HEX mittlerweile auf eine Million Euro summieren, sagte er.

Die GDL hatte am vergangenen Dienstag zu einem 72-stündigen Ausstand bei privaten DB-Wettbewerbern im Personennahverkehr zunächst bis gestern aufgerufen. Davon betroffen waren neun Regiobahnen. Laut GDL fiel bisher jede zweite Verbindung aus.