Die Städte und Gemeinden haben mit der Hundesteuer laut Statistischem Landesamt im vergangenen Jahr mehr als 7,6 Millionen Euro eingenommen. Das waren 0,2 Prozent mehr als 2009. Die Einnahmen der Kommunen fallen aber ganz unterschiedlich aus, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab.

Magdeburg. Einheitlich ist laut Gesetz geregelt, dass die Hundesteuer eine örtliche Aufwandssteuer ist. Sie ist nicht an einen bestimmten Zweck gebunden. Alle 219 Kommunen im Land nehmen Hundesteuern ein. "Rein statistisch wurden 2010 von jedem Sachsen-Anhalter 3,25 Euro Hundesteuer eingenommen", sagte eine Sprecherin des Statistischen Landesamtes in Halle. Bezogen auf die Einwohner waren die Einnahmen in der Stadt Gröningen mit 5,64 Euro pro Kopf am höchsten, gefolgt von Möckern mit 5,62 Euro und Ummendorf mit 5,58 Euro. Die niedrigsten Hundesteuerzahlungen je Einwohner ergaben sich für Bad Dürrenberg mit 1,42 Euro und für Salzwedel mit 1,67 Euro.

Ganz konkret kamen in Magdeburg 930 466,32 Euro an Hundesteuer in die Stadtkasse, 2009 waren es 907 108 Euro. Rund 11 000 Hunde waren in Magdeburg Ende des vergangenen Jahres angemeldet, wie ein Sprecher mitteilte. In Dessau-Roßlau wurden laut Statistischem Landesamt 2010 rund 334 000 Euro Hundesteuer eingenommen. In Wernigerode – mit 1600 Hunden – waren es 125 479,44 Euro, in Aschersleben laut Kommune 88 310 Euro (1700 Hunde) und in Zeitz (1600 Hunde) 71 500 Euro. "Die Einnahmen dienen zur Instandhaltung und zur Wartung der Hundetoiletten und zur allgemeinen Deckung des Haushaltes", erklärte die Stadtsprecherin von Aschersleben, Anke Lehmann.

Und wie sieht es mit den Kontrollen aus? Wenn der Vierbeiner angemeldet wird, bekommt Herrchen oder Frauchen eine Steuermarke, die sie beim Gassigehen stets dabei haben müssen beziehungsweise "Bello" am Halsband trägt. "Das Ordnungsamt kontrolliert das", sagte der Sprecher in Magdeburg, wo für den ersten Hund 96 Euro pro Jahr fällig sind.

Die Stadt Halle kündigte an, verstärkt kontrollieren zu wollen, um den "schwarzen Schafen" unter den Hundebesitzern auf die Schliche zu kommen. Knapp 8700 Hunde sind in der Saale-Stadt laut Stadtsprecher Steffen Drenkelfuß angemeldet, 788 000 Euro wurden 2010 an Hundesteuer eingenommen (2009: 772 000 Euro).

"Leider müssen wir immer wieder feststellen, dass nicht jeder Hundehalter seiner Pflicht nachkommt und seinen Hund innerhalb von 14 Tagen anmeldet", sagte er. Die Kon- trollen dienten dazu, dass alle Hundehalter gleich behandelt werden sprich nicht die einen auf Kosten der anderen ihren Vierbeiner halten. Wer seinen Hund nicht anmeldet, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 10 000 Euro geahndet werden kann, sagte Drenkelfuß. In Halle beträgt die jährliche Hundesteuer für den ersten Hund 100 Euro, für den zweiten 180 Euro und 720 Euro für einen gefährlichen Hund.