Mit einem Tusch haben gestern Nachmittag Spielmannszüge den Halberstädter Germania-Fußballern zu ihrem Meisterstück gratuliert. Während die Musiker in der Domstadt ihre Landesmeister kürten, feierte die Elf von Trainer Andreas Petersen in Thüringen den Aufstieg in die Regionalliga.

Halberstadt/Jena. "Es ist unglaublich und dann noch vier Spieltage vor Saisonende. Damit hätte ich nie gerechnet", jubelte ein begeisterter Germania-Präsident Olaf Herbst. Er habe immer an die junge Mannschaft geglaubt, die durch Geschlossenheit und den Sachverstand von Trainer Petersen "besticht". Vom Aufstieg könne und werde, so Herbst weiter, die ganze Region profitieren. Er hoffe, dass andere Vereine im Harzkreis die Steilvorlage der Germania zur Zusammenarbeit annehmen.

Mit dem Schlusspfiff ließ auch Andreas Petersen seiner Freude freien Lauf. Zumal ihn seine Mannen um Kapitän Sebastian Kischel mit dem 4:1-Sieg in Jena begeisterten. Hatte er doch vor dem Spiel gemahnt, wer dieses Duell "locker nimmt", nur weil der Aufstieg bereits am Sonnabend mit der 2:4-Heimniederlage von Verfolger VfB Auerbach gegen SC Borea Dresden besiegelt war, sei für ihn kein "Typ für die Regionalliga". Vom vorzeitigen Einzug in die vierthöchste Spielklasse hatte Halberstadts Oberbürgermeister Andreas Henke am Sonnabend erfahren und sich "mächtig gefreut". Vor allem deshalb, weil er nicht "daran geglaubt hätte, dass die zu Saisonbeginn neuformierte junge Truppe so schnell zu solch einem starken Team zusammenwächst." Und Freude auch deshalb, "weil dieser sportliche Erfolg unser ehrgeiziges Ziel mehr als rechtfertige". Gemeint ist der Umbau des Friedensstadions, der bitter nötig sei.

Die baufällige Tribüne mit den Sitzplätzen musste abgerissen werden. Dort soll nun ein modernes Funktionsgebäude entstehen, an dessen Kopf sich zum Spielfeld hin überdachte Zuschauerplätze befinden. Die Kosten von rund 2,5 Millionen Euro muss die Stadt Halberstadt allein aufbringen.

"Ja, leider ist unser Antrag auf Fördergeld vom Land und Sportbund abgelehnt worden", so Henke. Aber vielleicht wendet sich in dieser Hinsicht noch das Blatt, hoffen der Oberbürgermeister und Vereinsvorstand. Spielt Germania doch nun sportlich mit Magdeburg und Halle, wo Stadienbauten gefördert wurden, in einer Liga.

In Wernigerode, wo Petersen wohnt und jahrelang den FC Einheit trainierte, wurde der Aufstieg mit Respekt und Freude registriert. "Herzlichen Glückwunsch dem VfB, ich freue mich vor allem für Andreas Petersen", sagte Einheit-Präsident Helmut Homann.

Meinung I/Sport

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