Leipzig (dpa). Im Konflikt um einen einheitlichen Branchentarifvertrag für Lokführer ist der Bahnkonkurrent Veolia auch am Wochenende weiter bestreikt worden. Die Lokführergewerkschaft GDL hatte ihren ursprünglich bis vorigen Freitag geplanten Ausstand bei der Mitteldeutschen Regiobahn MRB zwischen Leipzig, Halle und Bitterfeld sowie beim Harz-Elbe-Express HEX in Sachsen-Anhalt bis Montagmorgen 2 Uhr verlängert.

Ein Veolia-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag, die Auswirkungen auf die Reisenden seien eher gering, es gebe aber kleine Einschränkungen. 90 Prozent des Verkehrs bei der MRB seien gesichert, 70 Prozent beim HEX.

"Es ist ja nicht so, dass wir keine Verbesserungen wollen", sagte der Sprecher. Veolia habe ein Angebot gemacht, wonach Lokführer 12 Prozent und Kundenbetreuer 20 Prozent mehr Entgelt bekämen. Eine Umfrage unter der Belegschaft habe ergeben, dass 85 Prozent dieses Angebot annehmen wollten.

Bei der MRB arbeiten 70 Lokführer und 70 Kundenbetreuer, beim HEX sind es jeweils 60. Die GDL hatte am vorigen Dienstag zu einem 72-stündigen Ausstand bei privaten DB-Wettbewerbern im Personennahverkehr zunächst bis Freitag 14 Uhr aufgerufen. Davon betroffen waren neun Regiobahnen, drei davon sind bis auf weiteres vom Arbeitskampf ausgenommen.

Die Gewerkschaft fordert für die 26000 Lokführer im gesamten Bahnverkehr einen Branchentarifvertrag. Darin soll ein einheitliches Entgeltniveau vereinbart werden. Messlatte soll das hohe Niveau des Marktführers Deutsche Bahn sein, mit dem die GDL im April eine Einigung erzielt hatte.