Magdeburg. Sachsen-Anhalts Erwerbstätige waren 2010 öfter krank als 2009. Das ergab der Gesundheitsreport der Deutschen Angestellten-Krankenkasse DAK, der gestern in Magdeburg vorgestellt wurde.

In die Statistik eingeflossen sind alle Krankheitsmeldungen von 61000 DAK-Versicherten. Sie fehlten 2010 durchschnittlich an 15,8 Tagen. Die Zahlen liegen über dem Bundesdurchschnitt. Am häufigsten wurden Erkrankungen im Bereich des Muskel-Skelett-Systems (Rückenschmerzen, Rheuma, Gelenksschäden) verzeichnet, gefolgt von Atemwegserkrankungen und Verletzungen wie Gehirnerschütterungen und Brüche.

Als "alarmierend" bezeichnete DAK-Landeschef Markus Saur den rasanten Anstieg psychischer Erkrankungen. Die Zahl der Fälle stieg zu 2009 um 29 Prozent. Selbst Berufseinsteiger waren betroffen.

Eine Telefonumfrage des statistischen Forschungsinstituts IGES unter bundesweit 3000 Erwerbstätigen im Alter von 18 bis 29 Jahren ergab, dass zwar 94 Prozent der Befragten zufrieden sind mit ihrer Arbeit, in Sachsen-Anhalt aber 23 Prozent der 18- bis 29-Jährigen ihren Berufsalltag als "sehr belastend bzw. stressig" empfinden. Fast jeder Zehnte leide unter körperlichen Beschwerden, die nicht organisch bedingt seien.

Im Jahr 2010 fehlten die 15- bis 29-Jährigen krankheitsbedingt am häufigsten, waren aber an weniger Tagen krankgeschrieben. 2009 waren 97 Prozent dieser Gruppe mindestens einmal in ärztlicher Behandlung.