Bei einem Großfeuer zwischen den Harzorten Cattenstedt und Hüttenrode sind 10 000 Quadratmeter kostbarer Laubmischwald Opfer der Flammen geworden. Schlimmeres verhinderte der Einsatz eines Polizeihubschraubers. Die Besatzung sowie 250 Feuerwehrleute aus der Harzregion waren von Montag bis gestern Abend im Einsatz.

Cattenstedt/Hüttenrode. 250 Frauen und Männer aus 16 freiwilligen Feuerwehren sowie der Bundeswehrfeuerwehr der Harz-Kaserne aus Blankenburg kämpften seit Montag-nachmittag am südlichen Astberg zwischen Cattenstedt und Hüttenrode (Harzkreis) gegen ein Flammenmeer. Auf einer Fläche von 10000 Quadratmetern hatte sich junger Mischwald entzündet.

Heftige Windböen, komplizierte Transportwege im steilen Gelände und die lange Trockenheit erschwerten die Brandbekämpfung. "Erst mit nachlassendem Wind und der Unterstützung durch gezielte Wasserabwürfe aus einem Polizeihubschrauber haben wir die Flammen unter Kontrolle bekommen", berichtete Einsatzleiter Werner Greif. Gegen 22 Uhr beendete er am Montag den Einsatz, drei Fahrzeugbesatzungen hielten Brandwache.

Gestern früh musste der Löscheinsatz fortgesetzt werden. Aufkommender Wind ließ neue Flammen aus Glutnestern lodern. Erneut gab es ab Mittag Unterstützung durch den Polizeihubschrauber. Der Einsatz eines angeforderten Helikopters der Bundeswehr scheiterte nach Aussagen des Harzer Kreisbrandmeisters Kai-Uwe Lohse mehrfach "an bürokratischen Hürden".

Der Harzer Landtagsabgeordnete Ronald Brachmann (SPD), Vorsitzender des Innenausschusses, kündigte gegenüber der Volksstimme an, umgehend nachzuprüfen, "woran es gehakt hat".

Letztlich forderte die Harzer Einsatzleitung ein privates Flugunternehmen aus Aalen an, das am späten Nachmittag mit dem Löscheinsatz aus der Luft begann.

Unterstützung erhielten die Feuerwehren, die auch gestern bis in die Abendstunden im Einsatz waren, von mehreren Landwirten aus der Gegend. Sie fuhren mit Traktoren große Tanks und somit zehntausende Liter Löschwasser in den Wald. Das Deutsche Rote Kreuz aus Blankenburg startete spontan einen Hilfseinsatz und versorgte die Brandbekämpfer mit Essen und Trinken.

Bislang war es den Brandursachenermittlern der Kriminalpolizei noch nicht möglich, ihre Arbeit aufzunehmen. Auch Angaben zur Schadenshöhe in dem Waldstück, das sich im Besitz der Treuhand-Nachfolgerin BVVG befindet, sind offen. Nach Aussagen von Lutz Kletta von der Unteren Forstbehörde des Harzkreises sei kostbarer Wald Opfer der Flammen geworden. "Nun muss abgewartet werden, inwieweit sich die Natur von selbst erholt", so Kletta. Personen und Gebäude kamen nicht zu Schaden.

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