Zerbst. Auf dem Zerbster Flugplatzgelände ist gestern Nachmittag eine 500-Kilogramm-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt worden. Nach ihr sei systematisch gesucht worden, erklärte Sprengmeister Jürgen Schmidt vom Kampfmittelbeseitigungsdienst. Sie steckte senkrecht in etwa vier Metern Tiefe im Boden, an eine Bergung war wegen des höher stehenden Grundwassers nicht zu denken. Schmidt sprengte die Bombe mit Hilfe von rund zwei Kilogramm Plastik-Sprengstoff.

Auf dem rund 400 Hektar großen, bis 1992 militärisch genutzten Flugplatzgelände sind seit Anfang März mehrere Spezialfirmen mit insgesamt rund 80 Mitarbeitern dabei, militärische Altlasten aufzuspüren. Weite Bereiche wurden bereits bis in mehrere Meter Tiefe durchsiebt. Mit größter Sorgfalt werden acht Blindgänger-Verdachtsflächen untersucht – die vierte ergab den Fund.

Auf rund 100 Hektar dieser Fläche errichtet der Solarzellen-Hersteller Q-Cells (Thalheim) gemeinsam mit der Getec AG (Magdeburg) über den Sommer ein Solarkraftwerk. Es soll eine Spitzenleistung von 46 Megawatt Strom haben.

Der Flugplatz Zerbst war am 10. und erneut am 16. April 1945 Ziel amerikanischer Bomberverbände gewesen. Der Platz hatte wegen der hier stationierten Düsenjäger ME 262 strategische Bedeutung.