Von Annette Schneider-Solis

Magdeburg (dapd). Die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR) wirbt für einen gesunden Lebensstil. Mit einem bundesweiten "Herz-Aktiv-Tag" will sie heute auf Probleme mangelnder Bewegung und ungesunden Essens aufmerksam machen, wie die Organisatoren ankündigten.

Auf dem Campus der Fachhochschule Magdeburg-Stendal werde die Deutsche Herzstiftung von 10 bis 14 Uhr über Risiken von Erkrankungen und Möglichkeiten der Behandlung aufklären. Die Veranstaltung richte sich an Kranke und Gesunde gleichermaßen. Präventionsmediziner und ehemalige Olympiasieger böten neben Referaten auch sportliche Aktivitäten an.

Herz-Kreislauferkrankungen rangieren in der Liste der Todesursachen in Deutschland weiterhin an erster Stelle. Sachsen-Anhalt liege bei Durchblutungs- störungen des Herzens, Herzin- farkten oder Herzschwäche im Vergleich der Bundesländer jeweils auf einem der letzten drei Ränge. Mit 109 Sterbefällen auf 100 000 Einwohner nehme Sachsen-Anhalt in dieser Statistik den letzten Platz hinter Brandenburg und Sachsen ein.

"Wir haben zu wenig Linksherzkathetermessplätze, zu wenig betreute sportliche Angebot für Ältere", sagte der Internist und Sportmediziner Olaf Haberecht aus Aschersleben (Salzlandkreis). "In erster Linie aber ist ein falscher Lebensstil für die hohe Sterblichkeit verantwortlich." Er nannte fehlende Bewegung, falsche Ernährung, übermäßigen Konsum von Tabak und Alkohol.

Das Problem des Übergewichts beginne bereits im Kindesalter, sagte der Mediziner. Erschreckend viele 11- bis 13-Jährige ver fügten über erste Anzeichen einer Gefäßverkalkung. "Außerdem verzeichnen wir immer mehr Kinder, die sich zu wenig bewegen, falsch ernähren und zu dick sind."

Während die Zahl der Herzinfarkte bei Männern in den alten Ländern rückläufig sei, steige sie sowohl bei Männern als auch bei Frauen im Osten an, sagte der Internist. Die Überlebenschancen seien durch moderne Therapieverfahren zwar gestiegen, Sachsen-Anhalt liege beim Einsatz von Herzkathetern im Vergleich der Bundesländer mit weniger als 3000 aber an drittletzter Stelle. In den Krankenhäusern zwischen Arendsee und Zeitz überlebten bundesweit die wenigsten Menschen einen akuten Herzinfarkt.