Magdeburg/Weißenfels. Mehrere schwere Unfälle auf der Autobahn 14 innerhalb weniger Wochen bringt erneut die Frage nach der Sicherheit dieser nur zweispurigen Autobahn aufs Tapet. Gefühlt, scheint besonders der Abschnitt zwischen Schönebeck und Calbe ein Unfallschwerpunkt zu sein.

Allerdings sieht Johannes Stoye vom Autobahnpolizeirevier "Börde" bei Magdeburg, das für den nördlichen A-14-Abschnitt zwischen Kreuz Magdeburg und Rasthof Plötzetal zuständig ist, dafür keine Belege. "Ein Unfallschwerpunkt hat sich auf der A14 nicht herauskristallisiert", sagt er. Wenn man von Unfallschwerpunkten sprechen wolle, seien das grundsätzlich Abschnitte, in denen der Verkehr durch Baustellen eingeschränkt ist.

Stoye sieht hingegen ein anderes Problem, was allerdings nicht A-14-typisch sei, sondern auch die A2 betreffe. "Es geht um die Kleintransporter – die sogenannten Sprinter. Diese Fahrzeuge sind nicht mit Fahrtenschreibern ausgerüstet."

Das Ergebnis sei, dass zumeist ausländische Fahrer, die zum Beispiel aus Polen, Litauen und der Ukraine kommen, oft völlig übermüdet hinter dem Steuer säßen. Denn Lenkzeiten könnten nicht nachgewiesen werden, so der Autobahnpolizist. "Dort wollen wir ansetzen und verstärkt kontrollieren."

Der Unfall-Vergleich, bezogen auf die knapp 146 A-14-Kilometer des "Börderevier"-Bereichs zwischen Januar und Mai der vergangenen Jahre zeigt, dass es in diesem Jahr bereits drei Verkehrstote gegeben hat. 2010 und 2009 starb auf diesem Streckenabschnitt niemand. Die Zahl der Unfälle dagegen ist leicht zurückgegangen. 2011: 226, 2010: 249, 2009: 241.

Die Anzahl der Verletzten ist nahezu gleich geblieben. 2011: 35, 2010: 36, 2009: 34.

Auffällig sei, dass der Lkw-Verkehr weiter ansteigt. Waren es vor zwei Jahren 9,7 Millionen "Brummis" auf der A14 und A2, stieg die Zahl im vergangenen Jahr bereits 10,2 Millionen Lkw.

Carola Baust vom Bundesautobahnrevier Weißenfels, das den südlichen Teil der A14 zwischen Plötzetal und der Landesgrenze zu Sachsen bei Gröbers betreut, hat im Gegensatz zu ihrem Magdeburger Kollegen einen klaren Unfallschwerpunkt ausgemacht: die Anschlussstelle Peißen in Richtung Magdeburg.

"Wandernde Unfallstellen" seien zudem die Baustellen, die Fahrbahneinschränkungen nach sich ziehen.

Die Erfahrungen auf den 35 südlichen A-14-Kilometern besagten, dass unangepasste Geschwindigkeit die Hauptunfallursache ist. Gefolgt von zu geringem Abstand und Unfällen bei Überholvorgängen beziehungsweise beim Wiedereinordnen danach.

"Die Anzahl der Verkehrsunfälle auf unserem Teil der A14 hat sich allerdings im I. Quartal 2011 im Vergleich zum selben Zeitraum des vergangenen Jahres drastisch verringert." sagt Baust.

Das habe vor allem an der stabilen Wetterlage gelegen. 2010 seien die Bedingungen "extrem gewesen". Das habe zu zahlreichen Unfällen auf winterglatter Fahrbahn geführt.

Insgesamt waren im vergangenen Jahr 438 Unfälle zu verzeichnen. Im Vergleich Januar-März waren es in diesem Jahr 58, 2010 86 A-14-Unfälle. Getötet wurde in beiden Quartalen niemand, verletzt 2010: 6, 2011: 4.