Magdeburg. Eine unglaubliche Geschichte, die der 69-jährige George Jaunzemis erzählt. Doch es ist keine Geschichte, sondern sein Leben. Ein Leben, welches jahrzehntelang von der Suche nach seinen Wurzeln und der eigenen Identität geprägt war – und in Magdeburg schließlich fündig wurde.

Mit Hilfe des Suchdienstes ITS konnte George Jaunzemis seine Vergangenheit nachvollziehen: seine Herkunft, seinen Geburtsort, seine Wurzeln.

"Alles, was vor 1945 geschah, war wie eine Leere in meinem Kopf", so der 69-Jährige. Doch nicht nur diese Ungewissheit ließ ihn sein halbes Leben nicht in Ruhe, sondern auch die Gewissheit, dass etwas anders war als bei anderen Kindern.

"Ich war bereits etwas älter, als ich mich selbst fragte, ob meine Mutter tatsächlich meine leibliche Mutter ist", gibt er zu. "Sie war kalt und nicht sehr liebevoll – wir feierten z.B. nie meinen Geburtstag oder auch Weihnachten", erinnert sich Jaunzemis nachdenklich an seine Kindheit. Die Liebe und Zuneigung einer richtigen Familie fehlte ihm. Doch das ändert sich nun.

Die neugewonnene Magdeburger Verwandtschaft empfing ihn mit viel Wärme und Liebe in seinem Geburtsort. Frühe Kindheitserinnerungen verbinden, doch diese sind recht blass. "Wir sind die Wurzeln und sind die ersten Jahre zusammen aufgewachsen", so Joachim Sumpmann bewegt über die Familienzusammenkunft, "das ist alles sehr ergreifend für uns." "Mein Bruder Joachim und ich sind die letzten Verwandten, die es noch gibt", ergänzt Gerd Sumpmann traurig. Und George Jaunzemis gerührt: "Ich kann die verlorenen Jahre nicht zurückbringen, doch ich bin glücklich, dass wir uns nun gefunden haben."

Auf die Frage, wie sich die Ankunft in Magdeburg für ihn angefühlt hat, antwortet er: "Wie nach langer, langer Zeit nach Hause kommen."