Ströbeck. Das Schachdorf Ströbeck bei Halberstadt ist ab heute Gastgeber für die Internationale Jugendmeisterschaft des Deutschen Schachbundes. Bis zum kommenden Freitag werden sich zehn Wettkämpfer im Alter von 14 bis 24 Jahren im Schachspiel messen, darunter Maria Schöne aus Magdeburg als einziges Mädchen unter den Startern.

Wie Bundes-Nachwuchstrainer Bernd Vökler gestern gegenüber der Volksstimme sagte, stellt Deutschland mit sechs Spielern das Gros bei der Meisterschaft, weitere vier Starter reisten aus Österreich, der Schweiz, Tschechien und der Ukraine an. Alle Jugendlichen sind vom Deutschen Schachbund zu diesem Turnier eingeladen worden.

Gespielt wird im Modus jeder gegen jeden. Das bedeute bei neun Partien, dass je fünf Teilnehmer einmal mehr mit weißen beziehungsweise mit schwarzen Figuren spielen. Wer Weiß hat, eröffnet die Partie, für manche Schachspieler bedeutet diese Konstellation einen Vorteil, so Vökler. Gestern Abend war die Auslosung für die Meisterschaft, ab heute wird an fünf Tischen unter Aufsicht des Internationalen Schiedsrichters Uwe Bade gespielt.

Das aus Indien stammende Spiel hat im Vorharz eine 1000-jährige Tradition. Laut einer Überlieferung soll ein adliger Gefangener seinen Ströbecker Bewachern das königliche Spiel beigebracht haben – im Jahr 1011. Der 1883 gegründete Schachverein pflegt noch immer die Tradition von Aufführungen im Lebendschachspiel, an der Grundschule im heutigen Halberstädter Ortsteil ist Schach seit 1823 Pflichtfach.

Auch sonst ist das Brettspiel überall in Ströbeck präsent. So gehören zehn für die 1960 in Leipzig ausgerichtete Schacholympiade angefertigte Spieltische zum Inventar des Schachmuseums, das in diesen Tagen sein 20-jähriges Bestehen feiert. An diesen Tischen haben spätere Weltmeister wie Tal, Kortschnoi, Uhlmann oder Fischer gespielt. Leider, so Nachwuchstrainer Vökler, können die Jugendlichen nicht an diesen Schachtischen spielen.