Langenweddingen (dapd). Der Landesjagdverband beklagt die unkontrollierte Ausbreitung von Waschbären in Sachsen-Anhalt. Die in Europa ursprünglich nicht heimischen Tiere vermehrten sich sehr schnell und breiteten sich weiter aus, sagte Verbandsgeschäftsführer Dietrich Kramer in Langenweddingen. In diesem Frühjahr sei der Bestand nun noch einmal erheblich gestiegen.

Die Waschbären-Plage schade vor allem der Vogelwelt, sagte Kramer. "Die Raubtiere klettern an Bäumen hoch und plündern die Nester mit den Eiern oder Jungtieren." Zudem seien Waschbären auch Träger von Krankheitserregern und verwüsteten nicht selten Gartenanlagen, fügte er hinzu. Da sich die Tiere häufig in Siedlungsgebieten aufhielten, seien sie auch schwer zu jagen. Meist müssten Fallen aufgestellt werden. Der genaue Bestand der Tiere lässt sich laut Kramer nicht erfassen. Anhaltspunkte böten nur beim Jagdverband eingegangene Beschwerden, Vermehrungsraten und die jährlichen Abschusszahlen. 2009 wurden in Sachsen-Anhalt 6563 Waschbären erlegt. 2000 waren es noch 247 Tiere. Waschbären bekommen mit jedem Wurf vier bis sechs Junge.