Magdeburg/Leipzig. Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) hat die gestrige Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig, die Klage eines Tongrubenbesitzers gegen den ersten Ausbau-Abschnitt der geplanten Nordverlängerung der A14 abzuweisen, begrüßt. "Das ist ein guter Tag für die Menschen in Sachsen-Anhalt", sagte er. "Das Land und besonders die Altmark brauchen diese Autobahn."

Webel geht davon aus, dass im Herbst mit dem Bau des Abschnitts um Colbitz begonnen werden kann. Läuft alles planmäßig, könnten 2014 die ersten Autos über die neue Piste rollen. Durch die Klage sei ein Zeitverzug von etwa einem Jahr entstanden, sagte der Verkehrsminister. Für die weiteren Autobahn-Abschnitte in Sachsen-Anhalt seien die Planfeststellungsverfahren eingeleitet oder in Vorbereitung.

Der Tongrubenbesitzer hatte gegen den ersten Autobahn-Abschnitt geklagt. Er wollte verhindern, dass das Teilstück direkt über sein Areal führt. Die Richter waren jedoch der Auffassung, dass sich auf dem Grundstück des Unternehmers keine wertvollen Bodenschätze befinden und die geplante Autobahntrasse daher nicht zu beanstanden sei.

Ein weiteres Verfahren war schon vor zwei Wochen mit einem Vergleich beendet worden. Die Umweltschutzorganisation BUND und die Planer hatten sich geeinigt, dass ein 1,5 Kilometer langer Teil aus den Planungen herausgenommen wird. Der Teil zwischen Wolmirstedt und Colbitz wird nun sechs Kilometer lang.

Die Autobahn verläuft derzeit von der A4 in Sachsen über Leipzig und Halle nach Magdeburg. Künftig soll sie auch durch Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern führen. Um die Nordverlängerung bis zur A24 nahe Schwerin wird seit vielen Jahren diskutiert. 2003 war das Projekt in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden.

Die Kosten für die 155 Kilometer lange Verlängerung der A14 waren ursprünglich mit 775 Millionen Euro veranschlagt worden. Mittlerweile ist von 1,3 Milliarden Euro die Rede.

97 Kilometer verlaufen durch Sachsen-Anhalt, 32 Kilometer durch Brandenburg und 26 Kilometer durch Mecklenburg-Vorpommern.

Minister Webel sagte, dass die Finanzierung des Vorhabens gesichert sei. Die Bündnisgrünen im Landtag erklärten dagegen, die Finanzierung stehe "in den Sternen". Meinung I