Erfurt (dpa). Und der Schokotropfen hat doch gehalten: "Wie der richtig geht, haben wir erst letzte Woche rausbekommen", sagte Lisa Marie Hopstock erleichtert. Die Schülerin aus Wernigerode gewann mit ihrem Team gestern das Bundesfinale der Schülerköche in Erfurt. Der aus Forellenfilets geflochtene Zopf mit selbst gemachten Bandnudeln und eine Käsetimbale überzeugten die Jury. Fast ein Jahr lang hatten die vier Mädels ihr Menü jede Woche gekocht – bis sie es selbst nicht mehr essen wollten, gaben die Neunt- und Siebtklässlerinnen zu.

Zur Endrunde der bundesweiten Meisterschaft schwangen die besten Teams aus zwölf Bundesländern in Erfurt die Kochlöffel. Zwei Stunden brutzelten und schnippelten sie in offenen Schauküchen für ein Drei-Gänge-Menü. Salat, Pasta und eine Creme mit einheimischen Früchten mussten dabei sein.

Kulinarisch brachten die Teenager kleine Kunstwerke auf die Teller. "Einige gehen echt auf Risiko", sagte Jurymitglied Ulrich Hahn vom Verband der Köche Hessen anerkennend. Vor allem beim Arbeiten mit Schokolade und gestürzten Cremes sei Fingerspitzengefühl gefragt. In der Jury bewerteten die Profiköche nicht nur Geschmack und Konsistenz der Gerichte, sondern auch Kreativität und Sauberkeit in der Küche. "Ohne Gefühl für kombinierbare Aromen wird es aber nichts", so Hahn.

Bundesweit hatten sich zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Bayern etwas mehr als 1000 Schüler an dem Wettkochen beteiligt. "Seltsamerweise sind in diesem Jahr sehr viele Mädchen dabei", wunderte sich Andreas Buß vom Bundesverband der Köche. "In den Kochklassen der Berufsschulen haben wir zu 80 Prozent Jungen." Viele Jugendliche ließen sich durch Fernsehköche wie Tim Mälzer inspirieren. "Und dann gibt es ein böses Erwachen, weil sie nur die heile Fernsehwelt im Kopf haben", sagte Buß.