Das Bakterium Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) hat in den vergangenen Jahren in Deutschland immer wieder für Durchfallerkrankungen gesorgt. Schwere Verläufe wie Nierenversagen (HUS) waren aber eher selten.

Seit Anfang der 90er Jahre ist EHEC im Visier der deutschen Gesundheitsforscher. Die Ursachen für die Infektionen blieben aber oft unklar. Seit 2001 ist es Pflicht, EHEC dem Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) zu melden.

1977 wird der EHEC-Erreger das erste Mal international beschrieben. In den USA lassen sich mehr als die Hälfte der Ausbrüche auf Lebensmittel zurückführen, darunter Rinderhackfleisch in Hamburgern. Auch Salami, Mettwurst, Rohmilch, nicht pasteurisierter Apfelsaft und roh verzehrtes grünes Blattgemüse wie Sprossen und Spinat sind für Erkrankungswellen verantwortlich.

1988 wird eine der EHEC-Varianten, die für schwere Krankheitsverläufe wie HUS verantwortlich sind, erstmals in Bayern entdeckt und beschrieben. Sie trifft vor allem Kinder. Es findet sich aber keine gemeinsame Infektionsquelle.

1999 wird bei einem bayerischen Kleinkind die Quelle einer EHEC-Infektion gefunden. Der Junge hatte regelmäßig die kleinen Pferde der Nachbarn gestreichelt. In deren Kot fand sich der gleiche Erregerstamm.

Vorsichtsmaßnahmen: Schwangeren wird empfohlen, kein rohes Fleisch, Rohmilch und Rohkäse zu essen. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin empfiehlt, Obst vor dem Verzehr gründlich zu waschen. Kinder sollten vorerst kein rohes Gemüse essen. Generell ist gründliches Händewaschen angesagt.

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