Magdeburg/Münster/Hamburg (dpa). Eine Quelle der tödlichen EHEC-Infektionen ist gefunden: An drei Salatgurken aus Spanien hat das Hamburger Hygiene-Institut eindeutig den gefährlichen Durchfall-Erreger EHEC identifiziert. "Es ist nicht auszuschließen, dass auch andere Lebensmittel als Infektionsquelle infrage kommen", teilte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) mit. Weitere Analysen liefen, Informationen zur Herkunft würden zusammengestellt.

Das Agrarministerium in Madrid wollte sich zunächst nicht zu dem Fund äußern. Die Informationen aus Deutschland würden geprüft, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Inzwischen ist ein weiterer Todesfall in Deutschland bestätigt.

In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der EHEC-Erkrankungen auf fünf angestiegen. Ein 50-jähriger Mann und eine 50-jährige Frau aus Magdeburg sind neu erkrankt, wie das Gesundheitsministerium gestern in Magdeburg mitteilte. Sie seien Angehörige einer 22-Jährigen aus Magdeburg, bei der der Darmkeim am Vortag nachgewiesen worden war.

Wissenschaftlern der Universität Münster ist es gelungen, den grassierenden Darmkeim EHEC zu identifizieren. Es handele sich bei "O104H4" um eine seltene, veränderte Variante des Erregers, die gegen viele Medikamente resistent sei, berichtete der Mikrobiologe Professor Helge Karch. Er leitet das Konsiliarlabor für das hämolytisch-urämische Syndrom, die schlimmste Form einer EHEC-Infektion, die unter anderem zu Nierenversagen führen kann. Der derzeitige Ausbruch ist nach Einschätzung des Experten sehr ungewöhnlich. Der Keim sei zwar bekannt gewesen, habe weltweit aber noch nie einen Ausbruch der Durchfall-Krankheit verursacht, sagte Karch. In wenigen Tagen soll ein Test für diese Bakterien-Variante zur Verfügung stehen, kündigte er an.Die Seite Drei