Zum ersten Mal wird es in Schönebeck eine umfassende Darstellung der vom Wasser in Mitleidenschaft gezogenen Stadtgebiete geben. Das Rathaus bereitet eine Übersicht vor, auf der die Betroffenheit in den verschiedenen Quartieren in insgesamt drei Kategorien dargestellt sein soll. Alles soll öffentlich auf einer Bürgerversammlung erläutert werden.

Schönebeck. Die vielen Mosaiksteine sind zusammengesetzt. Die Stadt Schönebeck will anhand eines Planes deutlich machen, wo und wie stark die Keller-Vernässung in den einzelnen Gebieten ist. Grundlage dafür ist die Fragebogenaktion, die die Verwaltung auf Druck der Bürger und des Stadtrates initiiert hatte. 554 Schreiben, in denen Schönebecker ihre Betroffenheit dargestellt haben, sind im Rathaus eingegangen "Mit Hilfe der angegebenen Daten und Fakten konnte nun ein aussagekräftiger Plan der betroffenen Stadtgebiete und damit ein Gesamtbild der Situation erstellt werden", sagte Schönebecks Oberbürgermeister Hans-Jürgen Haase (parteilos).

Im Zusammenhang mit der Auswertung der Angaben hat die Stadt eine Kategorisierung vorgenommen: Grundstücke mit stehendem Grundwasser, Gebäude mit feuchten Wänden und Nichtbetroffenheit.

Den genauen Plan stellen Stadt und Bürgerinitiative Felgeleben/Sachsenland am 9. Juni bei einer Bürgerversammlung öffentlich im Dr.-Tolberg-Saal vor. Von der Volksstimme nach Tendenzen befragt, wollte Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz dieser Runde noch nicht vorweggreifen, sprach aber davon, dass man es "mit massiven Kellervernässungen zu tun" habe.

Bei der Bürgerversammlung wollen die drei in der Stadt agierenden Arbeitsgruppen die Ergebnisse ihrer regelmäßigen Treffen darstellen. Dabei soll es auch um den ostelbischen Bereich gehen. Für die Stauwirkungen am "Stillen Wasser" in Elbenau seien, so Hans-Peter Wannewitz, erste Lösungsansätze gefunden. Man wolle Vorfluter und Grabensysteme erneuern.

In der Stadt beginnen gleichzeitig Arbeiten, um Grund- und Oberflächenwasser in den Griff zu bekommen. So laufen Unterhaltungsmaßnahmen an Gräben und die Vorbereitung für einen Wasserschutz in Felgeleben. Die Planungen für einen rund 800 Meter langen Erdwall entlang der Paul-Illhardt-Straße und Am Anger sind abgeschlossen. Hier waren bei der Schneeschmelze im Januar/Februar enorme Wassermassen von den Feldern auf die Grundstücke geflossen. Im Rahmen der Gefahrenabwehr, so Sprecher Hans-Peter Wannewitz, solle nun eine Firma von der Stadt mit den Bauarbeiten beauftragt werden.

Gearbeitet wird auch am Randelgraben. Seit Montag läuft hier die Trassen- und Baufeldfreilegung. Ab Ende Juni soll der Graben ausgebaut, profiliert und in der Höhe ausgeglichen werden.