Burg (da). Schon einen Tag vor dem offiziellen Tag der offenen Tür hatten gestern Schüler die Möglichkeit die Clausewitz-Kaserne in Burg (Jerichower Land) zu besichtigen. 600 Jugendliche aus Burg, Magdeburg, Barleben, Zerbst, Aschersleben, Halberstadt, Eilsleben, Stendal, Berlin und Salzgitter nutzten die Gelegenheit und informierten sich über die vielseitigen Berufsmöglichkeiten eines Soldaten und die verschiedenen Tätigkeitsfelder der Bundeswehr.

Vier Stationen wurden dazu vom Logistikregiment 17 aufgebaut, an denen die Schüler im Wechsel zahlreiche Eindrücke bekamen. So konnten die 14- bis 17-Jährigen beispielsweise eine moderne Krankenstation besichtigen, wie sie im Einsatz genutzt wird, oder sich über Berufswege in der Bundeswehr informieren. Zudem bekamen sie Eindrücke aus einem Auslandseinsatz im Camp Clausewitz vermittelt. Hier konnten die Schüler in die Einsatzfahrzeuge einsteigen und die Soldaten über ihre bisherigen Auslandseinsätze ausfragen. "Bilder sagen mehr als tausend Worte, dementsprechend ist so eine Veranstaltung für die Schüler reizvoller als ein wortreicher Vortrag", sagt auch Oberstleutnant Harry Fegert, Dezernatsleiter des Zentrums für Nachwuchsgewinnung.

Unterdessen hat Verteidigungsminister Thomas de Maizière vor dem Bundestag um eine breite Zustimmung zur geplanten Reform der Bundeswehr geworben. In Deutschland sei es "gute Tradition", dass über die Bundeswehr Einvernehmen zwischen Regierung und Opposition herrsche, sagte der CDU-Politiker gestern in einer Regierungserklärung. Darum wolle er sich auch bei der jetzigen Neuausrichtung bemühen. "Wir können diesen Auftrag am besten erfüllen, wenn wir ihn gemeinsam wahrnehmen", sagte de Maizière. Er sprach sich für eine intensive öffentliche Debatte über die Reformpläne aus: "Die Bundeswehr reicht der Öffentlichkeit die Hand."

Der Verteidigungsminister plant eine drastische Verkleinerung der Streitkräfte von 220 000 auf 175 000 bis 185 000 Soldaten. Die Zahl der zivilen Mitarbeiter soll von 76 000 auf 55 000 gesenkt werden. Meinung I