Marienborn (mg). Drei Räume und drei verschiedene Gefühlswelten, die sich dort für eine Auseinandersetzung mit dem Mauerbau und dem DDR-Grenzregime eröffnen – so lässt sich die am Donnerstagabend erstmals präsentierte Kunst- installation mit dem Titel "Neunzehnhunderteinundsechzig – Zweitausendelf" in der Gedenkstätte Deutsche Teilung in Marienborn (Landkreis Börde) beschreiben. Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) sagte vor Vertretern der Opferverbände Vereinigung der Opfer des Stalinismus und der Interessengemeinschaft der Zwangsausgesiedelten: "Mit dem Zeitpunkt der Eröffnung wurde ein Zeichen gesetzt." Denn auf den Tag genau vor 59 Jahren hatte der DDR-Ministerrat die Zwangsumsiedelung von Bürgern aus dem Grenzgebiet beschlossen. Es war einer von vielen Schritten bis zum Mauerbau 1961, der die deutsche Teilung bis 1989 zementierte.

Die Installation, die der Erinnerung daran gewidmet ist, stammt von der Bremer Künstlerin Dagmar Calais. Die Gäste der Ausstellungseröffnung zeigten sich berührt von der Arbeit. Achim Grill, Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Zwangsausgesiedelten Sachsen-Anhalt, sagte: "Die Ausstellung ist einfühlsam und hat das Grundthema getroffen." Positiv sei der zentrale Einbezug der Menschenrechts-Charta von 1948.

Ingeborg Berggreen-Merkel, die stellvertretend für den Bundesbeauftragten für Kultur und Medien in Marienborn war, betonte, wie wichtig Gedenkstätten an den Orten der einstigen Teilung seien, für Deutschland und für ganz Europa. Die neue Ausstellung ist bis zum 14. August zu sehen.

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