Magdeburg (dap/dapd/ne). Die Lage an den Flüssen Sachsen-Anhalts bleibt weiter angespannt – besonders im Süden des Landes, wo die Flüsse wegen der anhaltenden Schneeschmelze über die Ufer getreten sind. Schwerpunkte seien die Weiße Elster, Saale und Unstrut, heißt es aus dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz. Nach wie vor gilt am Saale-Pegel Camburg-Stöben nahe der sachsen-anhaltischen Landesgrenze und an der Weißen Elster in Oberthau (Saalekreis) die Alarmstufe 4, die höchste Stufe.

In Halle wurde gestern Abend nach Angaben der Stadt ein Wasserstand der Saale von 6,24 Meter gemessen – Alarmstufe 3. Einige Straßen seien gesperrt, etwa nahe der Auenlandschaft an der Peißnitzinsel. In Halle-Tornau musste nach Angaben der Polizei die Auffahrt zur Autobahn 14 (Leipzig/ Halle-Magdeburg) wegen Wassers auf der Fahrbahn in Richtung Dresden gesperrt werden. Gestern wurde die Hallenser Kindertagesstätte "Gut Gimritz" evakutiert, da das Gebäude vollständig vom Wasser eingeschlossen war. 15 Kinder wurden in Sicherheit gebracht. In Calbe/ Saale gilt Alarmstufe 3.

Die Kreisstraße zwischen Gödnitz und Lübs (Verbindung zwischen Anhalt-Bitterfeld und Jerichower Land) ist auf einer Länge von 20 Metern weggesackt, nachdem sie seit mehreren Tagen überflutet und auch bereits gesperrt war.

Von einem auf der überfluteten Bundesstraße 86 bei Artern (Thüringen) verunglückten Autofahrer fehlt jede Spur. Die Suche nach dem 59-jährigen Mann aus Kelbra (Mansfeld-Südharz) ist gestern Nachmittag eingestellt worden. Es müsse befürchtet werden, dass der Fahrer in der Nacht von der Unstrut mitgerissen wurde, so die Polizei auf dapd-Anfrage.

Ruhig sei die Lage im Harz. An Bode, Ilse und Selke gelte Alarmstufe 1. "Wir sind wachsam, da der Schnee noch nicht vollständig abgeschmolzen ist", so Burkhard Henning, Leiter des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft. Auch an der Elbe ist die Lage noch relativ entspannt, doch die Pegel werden in den kommenden Tagen steigen. Heute wird wahrscheinlich im Magdeburger Bereich die Alarmstufe 2 ausgerufen.

"Wegen der momentan nied-rigen Temperaturen steigen die Flusspegel nicht wesentlich, allerdings rechnen wir damit, dass sich dies ab Mitte der Woche wieder ändert, da es wärmer wird und wir Regen erwarten", so Henning.