Magdeburg (dpa). Birgitta Wolff (45), seit einem halben Jahr Kultusministerin, möchte nach der Landtagswahl gern im Amt bleiben. Die international bewanderte Wirtschaftsprofessorin kann sich aber jederzeit ein Zurück an die Universität vorstellen.

"Ich mache das jetzt, solange ich dazu eingeladen werde, gerne ein paar Jahre als Mission und mit dem Ehrgeiz, auch wirklich Ziele für das Land zu erreichen", sagte die CDU-Politikerin in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. "Und wenn ich das Gefühl habe, dass das nicht mehr funktioniert, dann weiß ich, wohin ich jederzeit zurückgehen kann. Da werde ich sofort wieder Tritt fassen."

Der Politikbetrieb hat für Wolff sein Für und Wider: "Fachlich finde ich es faszinierend und ich glaube, das kann man alles mit vereinten Kräften lösen, aber es ist menschlich schon manchmal ein ziemlich hartes Brot." Es gebe sachorientierte Politikertypen wie Ministerpräsident Wolfgang Böhmer und Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (beide CDU). "Dann gibt es aber auch welche, die machen Politik irgendwie anders. Das ist für die Machtspiel oder vorwiegend vielleicht auch eine Karriere- und Berufsoption."

Sie sagte weiter: "Eine Sache habe ich garantiert gelernt: Nicht mehr über Politiker zu lästern, seit ich weiß, was für ein Knochenjob das ist. Das ist schon heftig." Die Meinung, Politiker täten nichts und seien überbezahlt, lasse sie nicht mehr gelten.

Vor der Wahl kämpft Wolff um kein Landtagsmandat. "Meine Rolle sehe ich so, dass ich gute Fachpolitik mache." Sie sei keine leidenschaftliche Parteipolitikerin, die über Jugendorganisationen hereingewachsen ist. "Ich stehe für eine bestimmte Sachpolitik und das ist die, die die CDU teilt und die ich auch mit der CDU teile." Sie stehe für Fachveranstaltungen, für Podiumsdiskussionen und Besuche zur Verfügung. "Aber ich glaube nicht, dass ich der Typ bin, der sich platt auf den Marktplatz stellt und sagt ,Wählt eine bestimmte Partei‘." Sie wünsche sich, dass besonders nicht das Kultusressort nach der Wahl "Opfer eines parteipolitisch getriebenen Beutespiels" wird.

In ihrer Amtszeit habe sie eine Menge bewegen können. Sie habe erheblichen Anteil an den Zielvereinbarungen mit den Hochschulen. Dabei sei es etwa darum gegangen, die Anforderungen an die moderne Lehrerausbildung zu erneuern. "Ich glaube schon, dass ich helfen konnte, Akzente zu setzen." Die Berufsorientierung in Schulen mit Blick auf den Fachkräftemangel sei eines ihrer Themen gewesen. Als Wirtschaftsprofessorin habe sie wenig Berührungsängste gegenüber Unternehmern.

Wolff hatte ihre Ernennungsurkunde am 31. Mai 2010 erhalten. Zuvor war sie seit 2000 Professorin für Betriebswirtschafts- lehre an der Guericke-Uni. Sie folgte als Kultusministerin auf Jan-Hendrik Olbertz (parteilos), der Präsident der Berliner Humboldt-Universität wurde.