Magdeburg. "Das fliegende Klassenzimmer" von der Integrierten Gesamtschule "Regine Hildebrandt" in Magdeburg ist die 100. Schülerfirma Sachsen-Anhalts. Die Schülerinnen Isabel Kampe, Maxi Müller (beide 14) und Josefine Becker (12) hoben die Firma gestern aus der Taufe. Sie wollen Klassenfahrten und Tagesreisen für ihre Mitschüler organisieren.

Die Zahl der Schülerfirmen ist in Sachsen-Anhalt in den vergangenen zwei Jahren stark angewachsen. Seit Start des Projekts "Gründerkids" der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) im Februar 2009 haben sich allein 38 neue Schülerfirmen gegründet. Die DKJS hatte eine Ausschreibung des Wirtschaftsministeriums gewonnen und wird mit ihrem Projekt von diesem sowie dem Europäischen Sozialfonds gefördert.

In der Vielzahl von Projekten spiele "Gründerkids" eine Schlüsselrolle, sagte Hans-Günter Kontzog vom Wirtschaftsministerium gestern. Das Projekt sei Teil der Existenzgründungsoffensive des Landes. An die Magdeburger Schülerinnen gewandt, sagte Kontzog: "Ihr seid die nächste Unternehmergeneration." In Schülerfirmen lernten junge Leute nicht nur Unternehmensstrukturen kennen, sondern schulten auch wichtige Kompetenzen wie Teamfähigkeit.

Schülerfirmen gibt es laut DKJS in Sachsen-Anhalt an allen Schulformen: 43 an Sekundar- und Gesamtschulen, 38 an Gymnasien, 10 an Förderschulen und 9 an Berufsschulen. Die erste Firma an einer Grundschule ist in Vorbereitung. "Gründerkids" unterstützt Schüler unter anderem mit Seminaren.

Mehr als die Hälfte der 100 Schülerfirmen sei in der Gastronomie tätig, vor allem in Schülercafés und in der Pausenversorgung, so die "Gründerkids"-Mitarbeiterin Claudia Köhler. Andere gestalteten Schulkleidung oder Internetseiten. Zunehmend betätigten sich Schüler aber auch handwerklich. In Wittenberg etwa baue eine Schülerfirma Vogelhäuschen. In Stendal sei eine Firma geplant, die in Anlehnung an "Jugend forscht" Forschungsaufträge aus der Wirtschaft erfülle.

Vielfach arbeiten Schülerfirmen auch mit Unternehmen zusammen, das "fliegende Klassenzimmer" etwa mit einem Reisebüro. Für vermittelte Reisen bekommen die Schüler eine Provision.Meinung