Kaum taut der Schnee weg, schon herrscht auf vielen Straßen in Sachsen-Anhalt Schlagloch-Alarm. Erste Reparaturarbeiten sind mancherorts bereits angelaufen. Das Verkehrsministerium und der Städte- und Gemeindebund rechnen mit hohen Kosten.

Magdeburg. "Wir haben eine mit dem vorigen Jahr vergleichbare Situation", sagte der Sprecher des Verkehrsministeriums, Harald Kreibich, gestern der Volksstimme. Seinen Angaben zufolge musste das Land 2010 mehr als 20 Millionen Euro aufbringen, um alle Straßen wieder in Schuss zu bringen. Das war deutlich mehr als in den Vorjahren. Ein genauer Überblick über die derzeitigen Schäden sei erst möglich, wenn Schnee und Eis überall verschwunden sind, sagte Kreibich. "Schon jetzt ist die Straßenbauverwaltung dabei, die größten Schlaglöcher provisorisch zu füllen", erklärte er.

In der Landeshauptstadt Magdeburg rückten bereits die ersten Reparaturtrupps an. Der Leiter des Tiefbauamtes, Thorsten Gebhardt, sagte gestern zum Zustand der Straßen: "Es sind enorme Schäden zu erwarten."

Kreibich betonte, unter Umständen müsse das eine oder andere Straßenbau-Projekt im Land zeitlich gestreckt werden, um die Reparatur von Straßen bezahlen zu können.

Der Städte- und Gemeindebund geht sogar davon aus, dass es erheblich mehr Winterschäden geben wird als im Vorjahr. "Wir hatten schon im vorigen Jahr einen extremen Winter mit einem hohen Finanzbedarf", sagte Geschäftsführer Jürgen Leindecker. "Deswegen wurden viele Löcher nur geflickt und die Straßen oft nicht grunderneuert." Viele dieser Stellen seien jetzt wieder aufgebrochen.

Es dürfe nicht so weitergehen, dass die unter akuter Finanznot leidenden Kommunen den Winterdienst "nur auf Kante" organisieren könnten, kritisierte Leindecker. Städte und Gemeinden benötigten dringend mehr Geld, um solch einen strengen Winter bewältigen zu können.

Sachsen-Anhalt durchziehen 407 Kilometer Bundesautobahnen, dazu kommen Bundesstraßen (2325 Kilometer), Landesstraßen (3951 Kilometer) und Kreisstraßen (4292 Kilometer).

In Niedersachsen soll ein Teilstück der A 7 ab heute Vormittag bis morgen Mittag zur Reparatur von Schlaglöchern voll gesperrt werden. Betroffen ist die Strecke zwischen den Anschlussstellen Nörten-Hardenberg und Northeim-West.