Die Sachsen-Anhalter sind mit dem derzeitigen Schulsystem im Land weitgehend zufrieden. Das geht jedenfalls aus einer gestern vorgestellten repräsentativen Umfrage der CDU-Landtagsfraktion hervor.

Magdeburg. In der Umfrage plädierten 26 Prozent der Befragten dafür, zunächst keine weitreichenden Reformen mehr anzustreben, 13 Prozent waren unentschieden. Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) bejahte die Frage, ob das Schulsystem verändert werden müsste.

Allerdings: 95 Prozent vertraten auf Nachfrage die Ansicht, dass die Nachbesserungen innerhalb des bestehenden Systems mit Sekundarschulen und Gymnasien zu erreichen seien – zum Beispiel durch die Beseitigung von Lehrermangel, den Ausbau von Ganztagsschulen oder bessere Förderprogramme.

"Das zeigt uns, dass wir bildungspolitisch auf dem richtigen Weg sind", sagte der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Jürgen Scharf. Zugleich betonte er: "Die Frage der Schulpolitik ist auch für die CDU kein Selbstläufer. Dieses Thema muss sehr differenziert dargestellt werden."

In Sachsen-Anhalt dringen SPD und Linke auf ein längeres gemeinsames Lernen. Dagegen wollen CDU und FDP am bestehenden Schulsystem festhalten. Innerhalb dieser Struktur wollen sie aber Mängel beseitigen.

Scharf betonte aber, dass er bei möglichen Koalitionsverhandlungen mit der SPD nach der Landtagswahl im März in der Frage der Schulpolitik "keine unüberbrückbaren Hindernisse" sehe.

Laut Umfrage gibt es in Sachsen-Anhalt eine große Akzeptanz für eine starke Präsenz von Polizisten in der Öffentlichkeit. Fast 70 Prozent der Befragten halten dies für "ganz entscheidend" beziehungsweise "sehr wichtig".

Der Personalkonzept der CDU/SPD-Landesregierung sieht in den nächsten Jahren einen starken Stellenabbau bei der Polizei vor.

Die Einrichtung sogenannter Bürgerwehren lehnten die Befragten mit großer Mehrheit ab. 26 Prozent finden dies "eher unwichtig". 44 Prozent sagten sogar, dies sei "vollkommen unwichtig".

Das Hamburger Forschungsinstitut GMS hatte vom 6. bis 10. September 1002 repräsentativ ausgewählte Sachsen-Anhalter telefonisch befragt. Zudem hatten sich von August bis Oktober noch einmal 2018 Menschen an einer Online-Befragung beteiligt. In beiden Fällen wurden dieselben Fragen gestellt. Es habe eine relativ hohe Übereinstimmung bei den Ergebnissen gegeben, sagte Scharf.

Die Kosten für die Umfrage – alles in allem rund 100 000 Euro – waren auf heftige Kritik des Bundes der Steuerzahler gestoßen.Sachsen-Anhalt I