Magdeburg. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht die Chance, in diesem Jahr bei der Wirtschaftskraft wieder das Vorkrisenniveau von 2008 zu erreichen. In der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise seien die Karten neu gemischt worden. "Wir haben davon profitiert, weil wir ein Exportland sind und in Ländern wie China und Südkorea die Wirtschaft brummt und unsere Waren dort gebraucht werden." Das sagte Merkel am Mittwochabend auf dem IHK-Neujahrsempfang in Magdeburg.

Durch den Export sei Deutschland mit der ganzen Welt verzahnt, global könnten die Interessen aber nur mit Europa vertreten werden. Die 27 EU-Länder mit ihren 500 Millionen Einwohnern müssten ihre Interessen gemeinsam formulieren. Mit Blick auf krisengeschüttelte Mitglieder wie Griechenland betonte Merkel Solidarität, "weil wir zusammengehören". Gleichzeitig sei eine Stabilitätskultur für alle wichtig für den gemeinsamen europäischen Erfolg.

"Deutschland ist unsere Heimat, Europa unsere Zukunft", so lautete eine von Merkels Botschaften an diesem Abend. "Wohlstand muss man sich erarbeiten", war eine andere, und dazu brauche man Fachkräfte. Sachsen-Anhalt zeige hier, dass demografische Entwicklungen nicht als Gesetz hingenommen werden müssen. Beispielsweise mit der Rückholaktion für Pendler beweise das Land Kreativität.

Die Wirtschaft solle jedoch aufpassen, bei aller Sehnsucht nach Fachkräften nicht neue Probleme heraufzubeschwören. Die Zuwanderung Qualifizierter sei allein nicht die Lösung. Vielmehr müsse man sich um Schulabbrecher, um Ausbildungsfähigkeit, um Langzeitarbeitslose kümmern. Sie in Arbeit zu bringen, bedeute weniger Ausgaben für HartzIV und mehr Mittel für Bildung und Innovation. Wirtschaft