Ballenstedt/Halberstadt (mz/ tk). Voraussichtlich am kommenden Montag wird Markus Jakobs Gewissheit haben. Der Landwirt aus Ballenstedt (Harzkreis) hat dioxinverseuchtes Futter an seine Schweine verfüttert. Das Harzer Kreis-Veterinäramt hat deswegen den Hof geschlossen, heißt es in einem Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung".

Drei Tiere der insgesamt rund 6000 Mastschweine sind am Dienstag geschlachtet worden, um Proben in ein Hallenser Labor schicken zu können.

Wie Amtstierarzt Dr. Wolfgang Siegl gestern der Volksstimme sagte, werde das Gewebe der Schweine daraufhin untersucht, ob darin mehr Dioxin eingelagert wurde, als es die Grenzwerte zulassen. Erst wenn diese Befunde vorliegen, will sich der Veterinär offiziell zum weiteren Vorgehen im Falle des Schweinemastbetriebes in Ballenstedt äußern.

Der Hof von Markus Jacobs ist einer von bundesweit mehr als 1000 deutschen Schweine-, Geflügel- und Rinderbetrieben, die von der Firma Harles & Jentzsch aus Schleswig-Holstein verunreinigtes Fett bezogen haben. Der Betrieb in Ballenstedt wird einmal im Jahr durch eine staatliche Behörde überprüft und nimmt eigene Kontrollen vor, Jacobs hält das für ausreichend. Allerdings müssten seiner Auffassung nach jene Unternehmen stärker kontrolliert werden, die parallel tierische und technische Fette verarbeiten.

Seit der BSE-Krise 2001 hätten sich die Kontrollen deutlich verbessert. Darum stimme er nicht in den aktuellen Ruf nach härteren Gesetzen ein. Bereits heute könne der Weg aller Waren detailliert nachvollzogen werden. Schlamperei und Kriminalität würden aufgedeckt, wichtig sei, die "schwarzen Schafe" zur Rechenschaft zu ziehen. Allerdings muss auch Markus Jakobs einräumen: "100-prozentige Sicherheit wird es nie geben."

Dass der Betrieb des 36-jährigen Landwirts vom aktuellen Dioxin-Skandal betroffen ist, hat er erst vom Veterinäramt erfahren. Eine Lieferung von acht Tonnen Futter bereits vom 29. November war betroffen. Wie Jacobs mitteilte, ist diese Lieferung bis zum 20. Dezember verfüttert worden. 1200 Mastschweine, die dieses Futter fraßen, hat er bereits ausgeliefert. Der Ballenstedter hofft auf für seinen Betrieb positive Laborergebnisse.

Eine längere Sperrung seines Betriebes würde in finanziell hart treffen. Pro Woche werden 300 Schweine an Schlachthöfe in Halberstadt und Weißenfels verkauft. Auf diese Einnahmen von 40 000 Euro ist der Acht-Mann-Betrieb angewiesen, sind doch seit 1998 Millionen in die Schweinezuchtanlage investiert worden. Markus Jakobs: "Es ist unklar, ob wir Schadensersatz erhalten."