Magdeburg (dpa). Das Tauwetter lässt die Flüsse in Sachsen-Anhalt anschwellen. Vor allem bei kleineren Gewässern sei ein schneller Anstieg zu beobachten, wie bei der Warmen Bode im Harz, teilte Brit Herwig vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz gestern mit. "Wir rechnen damit, dass die Pegelstände am Wochenende sogar teilweise die Alarmstufe drei erreichen", sagte sie. Es sei aber noch nicht abzuschätzen, welche Gebiete betroffen sein werden. Bei großen Flüssen, wie Saale, Elbe, Mulde sowie Weiße und Schwarze Elster, sei der Wasserstand leicht gestiegen.

Da weiterhin milde Luft nach Sachsen-Anhalt strömt, werden für das Wochenende Temperaturen um die fünf bis acht Grad Celsius erwartet. Mit dem Tauwetter haben sich die Wintersportbedingungen im Harz stark verschlechtert. Die Loipen und Wanderwege sind teilweise extrem vereist und gefährlich, teilten der Harzer Tourismusverband (HTV) und die Nationalparkverwaltung Harz mit. "Da wir für das Wochenende auch noch Sturm erwarten, raten wir davon ab, die Wälder zu betreten", sagte Friedhart Knolle, Sprecher der Nationalparkverwaltung in Wernigerode. In den Harzer Wintersportgebieten sind die meisten Liftanlagen laut HTV zwar weiterhin in Betrieb, Abfahrts- und Langlauf sind aber teilweise nur noch mit Einschränkungen möglich. In Schierke am Brocken liegt der Schnee zwischen 65 und 100 Zentimeter hoch. Er ist aber nass und pappig. Deshalb könne sich der Zustand der gespurten Loipen rasch verschlechtern. Rodeln sei aber noch möglich.

Die Polizei warnte angesichts des Tauwetters eindringlich vor dem Betreten zugefrorener Seen und Flüsse.

Freie Fahrt bringt das Tauwetter für die Binnenschiffer auf dem Mittellandkanal. Der seit Weihnachten wegen Eises gesperrte Kanal ist zwischen der Schleuse Sülfeld bei Wolfsburg (Niedersachsen) und Rothensee bei Magdeburg ab heute acht Uhr wieder befahrbar. Der Elbe-Havel-Kanal bleibt hingegen weiter gesperrt.