Wernigerode (dpa). Das Schloss Wernigerode haben im Vorjahr weniger Menschen besucht als in den Jahren zuvor. Grund für den Rückgang sei vor allem das Wetter gewesen, das den Tourismusmagneten im Harz allein im Dezember etwa 5000 Besucher gekostet hat. "Wir haben 2010 rund 172000 Gäste und damit rund 10000 weniger als noch 2009 begrüßt", sagte Schloss-Geschäftsführer Christian Juranek. "Die Menschen sind wegen des klirrend kalten Winterwetters und den Straßenverhältnissen nicht mehr rausgekommen. Auch nicht zu uns."

2010 sei ein Jahr extremer Schwankungen gewesen. "Im August und Oktober erlebten wir mit je 25000 Besuchern unsere stärksten Monate", sagte Juranek. Negativ auf die Zahlen hätten sich jedoch die extremen Wintermonate Januar und Februar, der April und der verregnete Mai ausgewirkt. "Das sind höhere Mächte, denen wir auch mit unseren vielfältigen Angeboten nicht begegnen konnten."

Als große Publikumsmagnete haben sich laut Juranek die Ausstellungen "Vom unbekannten Kuttel Daddeldu" rund um den Karikaturisten und Maler Karl Arnold (1883-1953) und "Der Eiserne Harz" zur Geschichte und Produktion des Eisenkunstgusses im 19. Jahrhundert erwiesen. "Beide Schauen werden von anderen Museen übernommen und gezeigt", sagte Juranek. Wegen der guten Resonanz werde es auch in diesem Jahr wieder den Walpurgismarkt und die Schlossfestspiele geben, letztere bereits zum 15. Mal.

In diesem Jahr sei das Schloss von umfangreichen Bauarbeiten geprägt. Bis zum Sommer werde eine neue Heizung eingebaut und ein Turm saniert. "In beide Maßnahmen fließen zusammen fast zwei Millionen Euro", sagte Juranek. Auf dem wegen der Bauarbeiten eingeschränkten Ausstellungskalender stünden zwei Höhepunkte. Am 19. Mai werde die Sonderausstellung "Teures Nass. Zur Geschichte der historischen Bäderarchitektur" eröffnet. Sie soll bis August zu sehen sein. Dann kommt Juranek zufolge im Spätsommer eine bereits im vergangenen Jahr geplante Schau über den Reclam-Verlag.