Magdeburg (dpa/ne). Wassermassen von oben werden die Pegelstände der Flüsse in den nächsten Tagen wieder steigen lassen, zusätzlich bringen Plusgrade starkes Tauwetter. Regentief "Dieter" naht von Westen und lädt vor allem an den Westhängen der Mittelgebirge wahre Fluten ab. "Hinzu kommt noch, dass es dem restlichen Schnee in den Mittelgebirgen an den Kragen geht", sagte gestern Meteorologe Christian Herold vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

Die Lage an den Flüssen in Sachsen-Anhalt spitzt sich deshalb weiter zu. Für den Harz gaben die Meteorologen eine Unwetterwarnung aus, die bis morgen gilt. Neben Hochwasser seien auch Erdrutsche möglich. Auf dem Brocken liegen derzeit noch 1,15 Meter Schnee, in Schierke sind es 45 Zentimeter. Wenn dort die Schmelze einsetzt, könnten auch die kleinen Flüsse im Harz schnell überlaufen, so die Landeshochwasserzentrale.

Neben der Saale gilt für die Schwarze Elster im Landkreis Wittenberg und für die Weiße Elster am Pegel Oberthau (Saalekreis) weiter die höchste Alarmstufe 4. Auch die Elbe steigt langsam weiter an. Für den Pegel Barby (Salzlandkreis) gilt die Alarmstufe 2. Ursache ist vor allem der starke Zufluss aus Saale und Mulde.

In Magdeburg wurden wegen des Elbe-Hochwassers bereits mehrere Straßen und Brücken gesperrt. Da mit einem weiteren Anstieg des Hochwassers zu rechnen ist, habe die Stadt alle erforderlichen Schritte veranlasst, sagte eine Stadtsprecherin. So werden schrittweise Deichwachen in Bereitschaft versetzt, damit sie sofort ihre Arbeit aufnehmen können, wenn die Alarmstufe 3 erreicht wird. Nach den aktuellen Prognosen könnte dies Anfang der kommenden Woche der Fall sein. Ob das Pretziener Wehr gezogen wird, entscheidet sich wahrscheinlich morgen, hieß es aus der Hochwasserzentrale.

Auch in Schönebeck (Salzlandkreis) laufen die Vorbereitungen in Sachen Hochwasserschutz auf Hochtouren. Betrof- fenen im Stadtteil Felgeleben werden Sandsäcke zur Verfügung gestellt. Eine Arbeitsgruppe kommt täglich zusammen.

In Staßfurt und Seeland (Salzlandkreis) sind Straßen wegen Überflutung gesperrt. In Calbe/ Saale wird der Scheitelpunkt für heute erwartet. Dabei soll die Neun-Meter-Marke nicht überschritten werden.