Mit Besorgnis schauen die Schönebecker im Salzlandkreis regelmäßig auf die Pegelstände der Saale und der Elbe. Deichwachen werden derzeit organisiert. Doch Sorge macht nicht nur das Wasser, das noch kommt, sondern vor allem das, was schon da ist. Im Stadtteil Felgeleben brach gestern ein Feldweg ein. Schmelzwasser auf 20 Hektar drohte in den Stadtteil zu strömen.

Schönebeck. Kurzerhand bauen die Felgeleber Feuerwehrleute ihre provisorische Sandsack-Befüllanlage ab. Sie muss zum städtischen Bauhof. Dort liegt ausreichend Sand, um einen großen Anhänger zu beladen. Drei miteinander verschraubte Verkehrsleithütchen, deren Spitzen vergrößert wurden, lassen den Sand schneller in die Säcke rieseln. Und schnell gehen muss es gestern Nachmittag. Auf dem Schönebecker Bauhof schippen Felgeleber Kameraden und der Dezernent für Ordnung, Joachim Schulke, gemeinsam mit dem Amtsleiter Waldemar Liedicke Sand in die Säcke.

Am Triftweg, ein Feldweg, der die Stadtteile Bad Salzelmen und Felgeleben verbindet, hat das Wasser bereits einen Durchbruch herausgespült. Zusätzlich zu den Wassermassen, die bereits an die Felgeleber Häuser drücken, droht nun noch einmal eine enorme Menge, in der Fläche 20 Hektar groß und an den tiefsten Stellen 45 Zentimeter messend, in den Stadtteil hereinzuströmen.

Zu der Stelle, an der das Wasser steht, kommen die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr nicht mehr heran. Der Landwirt, der die Fläche bestellt, ist mit seinem Traktor und einem Hänger zum Bauhof gefahren. Im Sekundentakt hebt Landwirt Friedrich Mattusch die Sandsäcke auf den Anhänger. Die betroffene Fläche, die zwischen der Stadt und der Umgehungsstraße 246a liegt, gehört der Agrargenossenschaft Mühlingen. Der Winterweizen – Sorte Aaron – war gesät. Alle Arbeit auf dem 80-Hektar-Feld und den darum liegenden Flächen war umsonst. Land unter sind die kleinen Pflänzchen.

Kurz nach 16 Uhr hat sich der Traktor mit dem rettenden Sand zum Durchbruch durchgekämpft. Nach und nach kommen zu den Felgeleber und Salzelmener Feuerwehrleuten auch die Kameraden aus Elbenau und Frohse. Wer keine Gummistiefel hat, wird an den Anfang der Kette postiert. Von Hand zu Hand gehen die Sandsäcke. Beim Befüllen hatten es die Helfer zu gut gemeint. Immer wieder muss Sand ausgeschüttet werden, bevor der Sack seine Position findet. Mit den Beinen selbst im Wasser, verschließen die Kameraden den Durchbruch.

Die Dunkelheit bricht herein. Doch die Spiegelung des Wassers und der noch vorhandenen Eisflächen lassen nichts Gutes erahnen. Die Erde quietscht unter den Gummistiefeln. Der Boden ist gesättigt. Das Wasser vorerst gebannt, es wird andere Wege finden.

   

Bilder