Sachsen-Anhalt bereitet sich auf einen weiteren Anstieg der Wasserstände in den Flüssen vor. In den hochwassergefährdeten Bereichen werden rund um die Uhr Deiche und Dämme kon- trolliert. Heute wird außerdem das Pretziener Wehr südöstlich von Magdeburg geöffnet.

Magdeburg/Schönebeck/Stendal (dpa/ok/api/mf/ge). Nach Angaben des Landesbetriebes für Hochwasserschutz galt gestern an drei Pegelmesspunkten die Alarmstufe 4, an sieben die zweithöchste Stufe 3, an fünf die Alarmstufe 2. Die Meldegrenze wurde an 13 Messpunkten überschritten. Dazu zählte auch Bernburg, wo unter anderem eine Straße, die zur Autobahn A 14 führt, wegen Überflutung gesperrt wurde.

Dramatisch ist die Lage an der Saale in Calbe. Dort steht der Pegel nur sieben Zentimeter vor der Alarmstufe 4. Vorsorglich haben Katastrophenschutz und DRK eine Sporthalle hergerichtet und 100 Betten aufgestellt, um auf eine mögliche Evakuierung von Ortsteilen vorbereitet zu sein.

Heute Vormittag soll das Pretziener Wehr gezogen werden. Die Folge wird sein, dass die Magdeburger Region vorerst vor einem weiteren Ansteigen der Elbe verschont bleiben wird.

Gesperrt ist nun auch die Bundesstraße 246a zwischen Schönebeck und Plötzky. Wenn heute das Pretziener Wehr geöffnet ist, wird auch die Straße zwischen Elbenau und Plötzky überflutet sein. Damit sind die ostelbischen Dörfer nur noch über Gommern zu erreichen.

In Magdeburg werden wegen des weiter steigenden Elbe-Pegels ab heute Deichwachen auf den Elbdeichen eingesetzt. "Die für die Deichwachen vorgesehenen Mitarbeiter der Stadtverwaltung wurden heute im Alten Rathaus umfassend eingewiesen, auch die erforderliche Technik steht bereit", fasste der Leiter des Stabs für außergewöhnliche Ereignisse, Holger Platz, den Stand der Vorbereitungen zusammen. Wegen des Hochwassers wurden vom Tiefbauamt gestern weitere Straßen gesperrt. "Die überfluteten Bereiche sollten auf keinen Fall betreten werden", sagte Platz.

Auch im Norden des Landes bereitet man sich auf das Steigen der Elbefluten vor. Die Stendaler Kreisverwaltung geht davon aus, dass morgen oder am Montag für diesen Elbabschnitt die Hochwasseralarmstufe 3 ausgerufen werden könnte. Dazu müsste der Elbepegel bei Tangermünde allerdings auf 6,60 Meter steigen. Gestern um 17 Uhr hatte er eine Höhe von 5,95 Meter erreicht. Die Tangermünder Stadtverwaltung rief Freiwillige auf, sich ab kommendem Montag als Deichwachen zur Verfügung zu stellen. Ebenfalls am Montag wird im Stendaler Landratsamt erstmals der Stab für außerordentliche Ereignisse tagen.

Halle, wo gestern am Saale-Pegel Trotha weiterhin die höchste Alarmstufe 4 bestand, richtet sich auf einen weiteren Anstieg der Saale ein. Es wurde nicht ausgeschlossen, dass der Höchststand vom 12. Januar von 6,83 Meter am Wochenende erneut erreicht und überschritten werden könnte. Die Seite Drei/Meinung I

Bilder