Von Silke Janko

Magdeburg. Der neue Domprediger am Magdeburger Dom soll erst im Juli oder August seinen Dienst antreten. Noch bis Ende des Monats läuft das Ausschreibungsverfahren, wie eine Anfrage bei der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ergab. Seit Jahresanfang hat die Geschäftsführung am Dom vorübergehend Pfarrer Ronny Hillebrand übernommen. Der 49-Jährige war zuvor auf einer Halbtagsstelle als Seelsorger am Städtischen Klinikum Magdeburg tätig.

Domprediger Giselher Quast sei seit Jahresanfang auf eine neu eingerichtete landeskirchliche Stelle am Dom gewechselt, nachdem es zwischen ihm und dem Gemeindekirchenrat zu Verwerfungen gekommen war. Die Gründe des Streits waren der Gemeinde allerdings nie im Detail erläutert worden. Offiziell wird von einer "Ungedeihlichkeit" in der Zusammenarbeit gesprochen. Quast war daraufhin von der Kirchenleitung nach 30 Jahren Dienst am Dom, dem Wahrzeichen Magdeburgs, zu einem Rückzug von der Stelle des zweiten Dompredigers gedrängt worden. Gegen seine Abberufung hatten im September mehr als 300 Teilnehmer einer Menschenkette protestiert. Der Domprediger hatte vor allem in der Wende mit dafür gesorgt, dass die Proteste in Magdeburg friedlich verlaufen waren.

Mit der offiziellen Installierung eines Nachfolgers wird Quast im Sommer auch seine Dienstwohnung, die an die Stelle des geschäftsführenden Pfarrers gekoppelt ist, verlassen müssen. Indes setzt sich hinter den Kulissen ein Gesprächskreis "Zukunft am Dom" bei Kirchenleitung und Gemeindekirchenrat für einen Verbleib Quasts auf seiner bisherigen Stelle ein. Nach Informationen dieses Kreises soll Quast zum 1. Januar noch nicht auf die landeskirchliche Stelle gewechselt sein. Statt dessen hätten GKR und Kirchenleitung zugesichert, dass bis zum Monatsende alle geplanten Veränderungen ergebnisoffen neu überdacht und rechtlich geprüft würden.