Gespanntes Warten auf den Hochwasser-Scheitel: Die Menschen im nördlichen Sachsen-Anhalt sicherten gestern Deiche und Grundstücke, während das Wasser voranschritt.

Biederitz/Schönebeck. Jede Stunde ging Cornelia Zinecker an das Tor ihres Grundstücks in Biederitz (Jerichower Land), um nach dem Wasser aus der Ehle zu sehen. Es reichte bereits bis an die Grundstücke heran. Draußen schichtete ihr Neffe Stephen Metscher, Mitglied der Feuerwehr, gestern Sandsäcke auf. Er hatte eigens eine Tonne Sand bestellt.

In Walternienburg (Kreis Anhalt-Bitterfeld) staunte Wasserwachtsleiter Hans Wink nicht schlecht: Die Wasserburg, sonst von Ackerfläche umgeben, lag nun wirklich am Wasser. Das der Elbe und der Nuthe vermischten sich.

Margrit und Jürgen Heller im Schönebecker Ortsteil Grünewalde sind Hochwasser gewohnt. Im Sommer flüchten sie dann in ihren Campingwagen nach Brandenburg. Jetzt, im Winter, verfolgen sie die Situation aus dem heimischen Fenster heraus.

Am Aland bei Seehausen (Kreis Stendal) bahnt sich eine besonders angespannte Hochwasserlage an. Der Fluss, der selbst große Mengen Schmelz- und Niederschlagswasser führt, mündet in die ebenfalls ansteigende Elbe. Fachleute rechnen damit, dass der Alandpegel in den kommenden Tagen noch deutlich ansteigen wird. Dann sind Deiche gefährdet. Die Bundeswehr half daher gestern beim Absichern der Bauwerke.

   

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