Von Winfried Borchert

Magdeburg. Sachsen-Anhalt verbessert die Bedingungen für angehende Lehrer und erhöht die Ausbildungskapazität deutlich. Kultusministerin Birgitta Wolff (CDU) sagte gestern, mit einem attraktiveren Vorbereitungsdienst für Lehramtsstudenten wolle man möglichst viele Absolventen in Sachsen-Anhalt halten. Dafür seien im Vorjahr bereits 700 000 Euro aufgewendet worden, bis Ende 2012 würden weitere vier Millionen Euro bereitgestellt.

Erstmals bietet das Land mit dem 1. April und dem 1. September zwei Einstellungstermine für den Vorbereitungsdienst an. "Absolventen, die ihr Studium im Wintersemester beenden, können damit sofort einen Ausbildungsplatz für das Lehramt erhalten", sagte Wolff. Die Bescheide würden eher verschickt, "damit nicht Niedersachsen oder andere uns die besten Absolventen wegschnappen".

Die Kapazität der Praxisausbildung steigt von derzeit 340 auf 620 Plätze, die Ausbildungszeit verkürzt sich von 24 auf 16 Monate. In diesem Jahr werden 230 Plätze ausgeschrieben, davon 80 zum April. Zwar gebe es auf dem Papier genügend Lehrkräfte, wegen ungünstiger Altersstruktur und nicht stimmiger Fächerverteilung komme es dennoch partiell zu Lehrermangel, so Wolff.

Mit der Reform werde das Referendariat zugleich inhaltlich gestrafft. Die Lernorte Schule, Fachseminar und pädagogisches Seminar würden gestärkt und arbeiteten enger zusammen, auch soll der Lehrernachwuchs mehr Zeit an der Schule verbringen. Wolff: "Die angehenden Lehrkräfte können nun sechs bis zehn Stunden pro Woche eigenverantwortlich unterrichten, anstatt bisher fünf bis sieben Stunden. Jeder Referendar erhält einen Mentor, und die Schulen erhalten für die Ausbildung einheitlich drei zusätzliche Anrechnungsstunden pro Woche."

Die Ministerin sagte, sie hoffe, dass sich noch mehr Schulen als Ausbildungsschulen profilieren und so eigenen Lehrernachwuchs gewinnen. Für die Schulen plane sie eine echte Mitsprache bei Personalentscheidungen und einen Ausbau des Budgetrechts.