Halle. Es sollte der große Moment im Leben von Modellflugzeugbauer Uwe Kratz aus Oberschmon bei Querfurt werden. Doch daraus wurde – zumindest gestern – nichts. Ein Jahr lang hat der 50-Jährige gemeinsam mit seinem 23-jährigen Sohn Christian einen riesigen Modellflieger im Stil eines Verkehrsflugzeuges gebaut. Gestern wollten die beiden Männer mit einem Ein-Minuten-Rundflug in der Hallenser Messehalle einen neuen Weltrekord im sogenannten Indoor-Modellflug aufstellen. Doch das größte jemals in einer Halle gestartete ferngesteuerte Modellflugzeug hob – verfolgt von Presse, Rundfunk und Fernsehen – nach Anfahrt nur kurz zu einem kleinen Hüpfer ab, dann blieb es am Boden stehen.

Was war passiert? "Wir vermuten, dass die vielen Handys in der Halle den Funkverkehr stark gestört haben. Dadurch ist ein Servo-Bauteil durchgebrannt. Das Flugzeug lässt sich so nicht mehr steuern", erklärte Uwe Kratz. Doch Vater und Sohn geben nicht auf. In einigen Wochen soll es einen weiteren Versuch in der Hallenser Messehalle geben – mit besser abgeschirmtem Servo-Bauteil. Vielleicht kommen die beiden Männer ja dann doch noch in das "Deutsche Rekordbuch" der hiesigen Ausgabe der internationalen Initiative von "Alternativ records".

Uwe Kratz hat im Alter von sieben Jahren seinen ersten Flieger gebaut. Sohn Christian hat es seinem Vater von klein auf nachgemacht und liefert heute als Mechatronik-Student wichtiges Fachwissen. Ihr komplett aus Styropor "geschnitztes" Flugzeug wird von zwei Elektromotoren unter den Flügeln angetrieben. Es wiegt nur acht Kilogramm und verfügt über wirklich beeindruckende Maße für einen Modellflieger: 5,40 Meter lang und 5,50 Meter Flügelspannweite.