Magdeburg (dpa/ge/ok). Die Hochwasserlage an der Elbe in Sachsen-Anhalt hat sich gestern entspannt. Mit Tangermünde gab es landesweit nur noch einen Pegel, an dem die höchste Alarmstufe 4 galt. Das teilte eine Sprecherin der Landeshochwasserzentra- le in Magdeburg mit. Auch die Pegel für die anderen Flüsse wie Saale und Schwarze Elster zeigten fallende oder stagnierende Werte. In den kommenden Tagen zeichnet sich laut der Sprecherin weitere Entspannung ab. Wann überall die Meldegrenze unterschritten sein wird, sei noch nicht abzusehen. Winterhochwasser gingen immer langsam zurück.

Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) kam gestern Nachmittag mit Oberbürgermeistern und Landräten zusammen. Dabei ging es um eine erste Zwischenbilanz des Einsatzes und mögliche Konsequenzen für künftige Hochwasserlagen.

In Tangermünde waren es gestern gegen 17 Uhr kaum spürbare zwei Zentimeter weniger. Das aus der überfluteten Tangerniederung in die Elbe zurücklaufende Wasser wird den Pegel hoch halten. Für die Deiche entlang des Stromes eine enorme Belastung. Sickerstellen wurden zum Beispiel zwischen Fischbeck und Havelberg entdeckt. Allerdings mussten sie noch nicht mit Sandsäcken verbaut werden. Es genüge, sie unter ständiger Kontrolle zu halten, sagte der zuständige Flussbereichsleiter im Landesbetrieb für Hochwasserschutz Reinhard Kürschner. Im Bereich Wahrenberg wurde der Fuß eines noch nicht sanierten Deichabschnittes vorsorglich mit Sand verstärkt. Angespannt bleibt die Situation im Norden des Landkreises am Aland und in der Zehrengrabenniederung. Das sich dort stauende Wasser kann nach wie vor nicht in die Elbe abfließen.

Im Jerichower Land hat das Hochwasser wieder das Phänomen des Deichtourismus verschärft. Eine Sprecherin der Kreisverwaltung in Burg sagte, das Betreten sämtlicher Deichanlagen im Kreis sei bis auf Ausnahmen verboten. Ein Verstoß dagegen könne mit maximal 50 000 Euro Bußgeld geahndet werden.

Zu einem Zwischenfall war es am Donnerstag in Tornitz (Salzlandkreis) gekommen. Bei einer Begehung im Dorf, wo zahlreiche Einwohner vehement den Einsatz vom Pumpen forderten, um das Drängwasser in die Saale zu pumpen, griff ein aufgebrachter Anwohner den Leiter des Flussbereiches Christian Jung, tätlich an. Dann hetzte der Mann noch seinen Schäferhund auf den Landesbediensteten. "Es ist nichts weiter passiert, ich bin nicht verletzt, und mit dem Hund bin ich auch fertig geworden", so Jung zur Volksstimme. Die Seite Drei