Die Havarie an einer Magdeburger Tankstelle hat Schäden an mindestens 20 Autos nach sich gezogen. An der Shell-Station am nördlichen Stadteingang zapften Autofahrer von Sonntag bis Montag früh unwissentlich Wasser – mit einem geringen Benzinanteil.

Magdeburg. Es ist der Albtraum eines jeden Autofahrers beim Tanken: Man greift versehentlich zur falschen Zapfpistole und tankt Diesel statt Benzin oder umgekehrt. Doch es geht noch schlimmer – und das ist am Sonntag in Magdeburg passiert: Dort griffen die Autofahrer zur richtigen Zapfpistole und tankten trotzdem falsch. Sie hatten nicht das erwünschte Super-Benzin im Tank, sondern Wasser. Passiert ist das an der Shell-Tankstelle Am Neuen Sülzeweg unmittelbar am Magdeburger Ring am nördlichen Stadteingang. Dort füllten wie immer Autofahrer ihre Tanks voll, ohne etwas zu merken. Korrekt strömte die Flüssigkeit aus der Zapfsäule in den Tank. Korrekt wurden Preis und Kraftstoffsorte an Säule und Kasse ausgewiesen. Korrekt wurde alles auf den Quittungen vermerkt.

Das böse Erwachen kam erst später, so wie für Torsten Wolf. Der Glindenberger hatte seinen nagelneuen Skoda Fabia mit 37 Liter "Fuel Safe Super" betankt. Sechs Kilometer weiter machte das Auto Probleme. Im Tunnel unter dem Universitätsplatz fing sein Skoda an zu "husten" und blieb wenig später stehen. Weil der Pannendienst nichts finden konnte, wurde das Auto in die Werkstatt geschleppt. Erst dort stellte sich heraus: Ursache ist nicht der Motor, sondern verunreinigtes Benzin. Torsten Wolf berichtete: "Die Prüfung ergab, dass im Tank etwa 80 Prozent wasserähnliche Flüssigkeit und nur 20 Prozent Benzin waren. Da ich gerade vom Tanken kam, konnte es nur damit zusammenhängen." Der Verdacht bestätigte sich. Als der Autofahrer in der Tankstelle anrief, war er nicht der erste Beschwerdeführer.

Shell-Deutschland-Sprecherin Cornelia Wolber: "Etwa 20 Geschädigte haben sich bei uns bereits gemeldet. Der Tank für das "Fuel Safe Super"-Benzin wurde verunreinigt, wahrscheinlich mit Wasser. Über die Ursache können wir noch nichts sagen. Betroffene können ihre Ansprüche unter Vorlage der Tankquittung bei uns geltend machen." Falschtank-Opfer Torsten Wolf hat das bereits getan. Shell sagte ihm gestern Nachmittag die Übernahme der Reparaturkosten von 500 Euro bereits zu.

An der Tankstelle kann inzwischen wieder korrekt getankt werden.