Jeder sechste Schüler wird früher oder später Opfer von Mobbing – Tendenz steigend. Kultusministerin Birgitta Wolff (CDU) und der Landeschef der Techniker Krankenkasse (TK), Jens Hennicke, starteten gestern das Projekt "Mobbingfreie Schule – Gemeinsam Klasse sein".

Magdeburg. "Jeder Schüler hat das Recht auf ein Lernumfeld ohne Angst", sagte Wolff bei der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung mit der TK in der Magdeburger Wilhelm-Weitling-Sekundarschule. Mit dem Projekt gegen das Mobbing an Sachsen-Anhalts Schulen – also gegen das Ausgrenzen und Schikanieren von Menschen – sollen die Schulen unterstützt und auch die Öffentlichkeit stärker auf das Thema aufmerksam gemacht werden.

Am häufigsten sind Schüler in den 6. bis 8. Klassen von Mobbing betroffen. Dabei reicht die Bandbreite von Ignorieren oder Beschimpfen bis hin zu körperlicher Gewalt. Die Folge sind psychische und physische Schäden. "Schon jetzt benötigen unseren Erfahrungen zufolge", so TK-Chef Hennicke, "neun von 100 Mädchen und elf von 100 Jungen eine Psycho- beziehungsweise Verhaltenstherapie." Eine positive Lernatmosphäre könne hier dazu beitragen, dem entgegenzuwirken.

Das Projekt gegen Schulmobbing richtet sich an Schüler ab der 5. Klasse. Mit der Initiative soll Schülern, Lehrern und Eltern gleichermaßen geholfen werden, Mobbing vorzubeugen, Symptome zu erkennen und Konflikte zu lösen. Die Prävention sei dabei besonders wichtig, sagte Wolff. "Wer frühzeitig lernt, dass Gewalt keine Lösung ist, hat später in Beruf und privatem Leben eine bessere Ausgangs- position."

Hennicke übergab gestern den ersten von 500 Anti-Mobbing-Koffern, die seine Krankenkasse den Schulen zur Verfügung stellt. Jeder Koffer enthält ein umfangreiches Paket aus Materialien vom Flyer für die Eltern über ein Lehrhandbuch bis hin zu Filmen als Anschauungsmittel. Das Projekt sieht außerdem Fortbildungen für Pädagogen vor, um diese zu befähigen, zum Thema Mobbing Projektwochen mit Schülern durchzuführen.