Von Silke Janko

Magdeburg. Die Grünen Sachsen-Anhalts sind zuversichtlich, nach 13 Jahren außerparlamentarischer Opposition bei den Wahlen am 20. März wieder in den Landtag einzuziehen. Spitzenkandidatin Claudia Dalbert erklärte gestern in Magdeburg: "Unser Wahlziel lautet 7 Prozent plus X."

Dalbert bezog sich bei ihrem Optimismus auf Umfragen der vergangenen Monate. Danach lägen die Grünen seit Mai 2009 stabil über fünf Prozent. Bei der jüngsten infratest dimap-Umfrage vom Januar im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks wurde den Grünen ein Wählerpotenzial von acht Prozent bescheinigt. "Wir profitieren vom Bundestrend", gestand die grüne Spitzenkandidatin zu. Der würde aber nichts nutzen, wenn "wir nicht so gut aufgestellt" wären.

Nach eigenen Angaben ist der Landesverband mit 600 Mitgliedern so stark wie nie. Die Grünen sind in jedem der 45 Wahlkreise im Land mit einem eigenen Kandidaten präsent.

Den Wahlkampf wollen die Grünen nicht nur auf klassische Weise - auf der Straße und bei Diskussionsforen - führen, sondern dabei auch verstärkt das Internet nutzen. Die Partei erhofft sich davon, ihre Wähler-klientel besser ansprechen zu können - unter anderem, weil zum Wahltermin gerade Semesterferien sind. Die Grünen präsentieren sich in verschiedenen Netzwerken, unter anderem bei Facebook und Twitter. Der Wahlkampfetat der Grünen umfasst rund 170 000 Euro.

Punkten wollen die Grünen vor allem mit den Themen erneuerbare Energien ohne Braunkohle und Atomstrom und einem längeren gemeinsamen Lernen in der Schule. 100 Millionen Euro sollen jährlich im Landeshaushalt "bei umweltschädlichen Ausgaben" gespart werden. Dalbert nannte als Beispiele Ausgaben für den Straßenbau und den bisherigen Verzicht von Bergbauabgaben und des Wasserpfennigs. Mit einem "Jobszenario" sollen 30 000 neue Jobs in der Gebäudesanierung, im Solarhandwerk, Tourismus, Pflege, Ökolandbau und Bildung entstehen.

Die 1954 in Köln geborene diplomierte Psychologin, die seit 1998 eine Professur (Pädagogische Psychologie) an der Universität Halle innehat, machte ausdrücklich den Gestaltungswillen ihrer Partei deutlich. "An Farbenspielen will ich mich nicht beteiligen", erklärte Dalbert.