Magdeburg. Zwischen einer Visite beim Chemiekonzern Dow Chemical in Schkopau und dem Empfang bei Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) zu dessen 75. Geburtstag in Magdeburg besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestern Nachmittag die Volksstimme-Hauptredaktion in Barleben.

In einem offenen Gespräch mit der Redaktion äußerte sich die Kanzlerin unter anderem zur Euro-Krise und möglichen Wegen zu deren Überwindung. Merkel unterstrich, dass mit dem Euro absolutes Neuland betreten worden sei, es folglich keine Rezepte für die Lösung der aktuellen Probleme gebe.

Allerdings betonte die Regierungschefin, dass sie die von Luxemburg ins Spiel gebrachten Eurobond-Anleihen für ungeeignet hält, die europäische Gemeinschaftswährung zu stärken. Damit würde es keinen Anreiz zu Sparanstrengungen geben. "Nur Solidarität allein reicht nicht, das würde uns in das Mittelmaß führen. Wir brauchen gemeinsame Anstrengungen für Stabilität, Wettbewerbsfähigkeit und Solidarität in Europa", erklärte die Kanzlerin.

Weg von der großen Politik beantwortete Angela Merkel auch Fragen zum Alltag einer Bundeskanzlerin. Dazu gehöre, schnell von einem auf das nächste Thema umschalten zu können und zwischen den täglichen Terminen auch Ruhephasen einzubauen. Die Frage nach möglicher Amtsmüdigkeit verneinte die Kanzlerin entschieden.

Ihre ostdeutsche Herkunft spiele im politischen Alltag in Deutschland kaum noch eine Rolle, sagte Merkel. Im Ausland werde die Tatsache, dass eine Frau aus dem Osten Deutschland regiere, hoch anerkannt.