
Gespräche über Politik können locker sein, sogar witzig. Mit einem bisschen Glück gibt es auch noch was Privates. Am Mittwochabend saßen Peer Steinbrück und Wolfgang Böhmer bei Lischka auf roten Sofas.
Wittenberg l Da sitzen also zwei Männer auf roten Sofas, jeder auf einem. Links Peer Steinbrück, rechts Wolfgang Böhmer. Dazwischen - auf einem roten Stuhl - Burkhard Lischka. Der SPD-Bundestagsabgeordnete hat die beiden eingeladen und gibt vor rund 300 Besuchern im proppenvollen Saal des Piesteritzer Hofs in Wittenberg den Moderator. Er lädt regelmäßig Prominente zu öffentlichen Gesprächsrunden ein.
"Aus Wolfgang Böhmer wäre auch ein guter Sozialdemokrat geworden, weil...", gibt Lischka vor und Steinbrück vollendet: "...aus Steinbrück auch ein guter Christdemokrat geworden wäre." Raunen und Lachen im Saal.

Da sitzen Politiker auf der Bühne, die sich den Luxus einer eigenen Meinung leisten. Das mögen die Leute. Böhmer ist in Wittenberg zu Hause. Er hat in der Lutherstadt ein Heimspiel, Steinbrück allerdings auch. Er kommt, wie man so sagt, gut rüber.
Der sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete Steinbrück lobt den Christdemokraten Böhmer. "Er ist kein platter Parteihansel, er bürstet schon mal gegen den Strich", sagt er. Mit solchen Attributen könnte Steinbrück sich auch selber loben.
Dann will Lischka wissen, was denn Böhmer an Steinbrück schätze. "Na, schreiben wir uns jetzt gegenseitig Versetzungszeugnisse?", funkt Steinbrück dazwischen. Böhmer macht es wie gewohnt kurz. "Helmut Schmidt hat Recht", sagt er.
Und da ist sie - die K-Frage. Seit Alt-Kanzler Helmut Schmidt dem ehemaligen Bundesfinanzminister im Gespräch mit dem Spiegel attestierte "Er kann es", gilt Steinbrück vielen als heimlicher Kanzlerkandidat der SPD bei den Wahlen in zwei Jahren.
"Dieser Satz kann mich in meiner eigenen Partei umbringen", findet Steinbrück. Kokettiert er oder dramatisiert er? Böhmer aber hält nicht inne, er legt nach. Steinbrück habe als Finanzminister während der Finanzkrise Führungskompetenz gezeigt. "Ich denke, da haben Sie Zeichen gesetzt."
In diesem Lob kann sich Steinbrück sonnen. Wann schon wird in diesem Land einem Politiker öffentlich bescheinigt, er könne regieren und verwalten und das Vertrauen der Menschen an sich binden?
Solch ein Urteil ehrt. Doch Steinbrück kennt auch den "Höhenrausch", die Gefahr, nach den Attributen der Macht süchtig zu werden. Jeder möge in den Rasier- oder Schminkspiegel blicken, rät er. Und wer angesichts der besonders scharfen Bilder dort noch sage: "Ich bin nicht süchtig", der wird hören: "Das sagen alle Süchtigen." Steinbrück redet von "gepamperten", also von wohlig-weich gewindelten und rundum versorgten Politikern. Zu zahlen haben sie mit dem Verlust der Hoheit über ihren Terminkalender.
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Der Tunnel kommt doch ....! Die Typen vom BUND (die noch auf Kosten der Steuerzahler agieren) machen die ganze Thematik TUNNEL um das doppelte teurer. Das diese "Fraktion" nicht endlich beiseite geschoben wird, ist mir unverständlich. Was ist das bloß für eine Gesellschaft ?! Zu DDR-Zeiten war dieser tunnel im Gespräch, weil er gebraucht wurde und gebraucht wird. Nur mit dem Unterschied, die DDR hatte kein Geld. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Sache durchziehen !
Vergesst die inzwischen verschwundenen Museen nicht! Da gehen große Kostbarkeiten verloren - wie im Fall des in Sachsen-Anhalt einmaligen und großen Natur- und Völkerkunde-Museums "Julius Riemer" in Wittenberg. Das hat inzwischen geschlossen und es steht in den Sternen, ob es je wieder in annähernd der Größenordnung zu sehen sein wird wie bisher. Siehe auch www.riemer-museum.de - die Webseite der Bürgerinitiative, die versucht, das Museum zu retten. Dort gibt es auch eine Fotogalerie (im Aufbau) über die breit gefächerte Sammlung kostbarer und kostbarster Zeugen der Entwicklung des Lebens und vor allem der Menschheitskultur.
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