
Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, unter ihnen Landtagspräsident Detlef Gürth, Ministerpräsident Reiner Haseloff und Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper, legten am ehemaligen KZ-Außenlager "Magda" in Rothensee Kränze nieder. | Foto: Uli Lücke
Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, unter ihnen Landtagspräsident Detlef Gürth, Ministerpräsident Reiner Haseloff und Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper, legten am ehemaligen KZ-Außenlager "Magda" in Rothensee Kränze nieder. | Foto: Uli Lücke
Mit einer bewegenden Gedenkstunde hat der Landtag von Sachsen-Anhalt gestern an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Buddy Elias, der letzte noch lebende Verwandte von Anne Frank, las aus Briefen, die vom Schicksal seiner jüdischen Familie berichteten.
Magdeburg l Elias, als Schauspieler einem breiten Publikum bekannt, trug vor, was Otto Frank, der Vater von Anne und deren Schwester Margot, seinen in der Schweiz lebenden Verwandten berichtet hatte - vom Versteck in Amsterdam, vom Verrat, vom Abtransport, vom Vernichtungslager, vom Sterben und in seinem eigenen Fall vom Überleben im letzten Augenblick. Ein zweiter Brief, geschrieben von einer Freundin und Mitgefangenen der Schwestern Anne und Margot, schilderte deren letzte Wochen, ihr Dahinsiechen und Sterben.
Im Plenarsaal des Landtags herrschte bei dem Vortrag von Buddy Elias Totenstille. Die Anwesenden, Abgeordnete aller Fraktionen, Mitglieder der Landesregierung, Vertreter der Kirchen und von Vereinen sowie Schüler aus Aschersleben und Schönebeck (beide Salzlandkreis), erfasste tiefe Bewegung, einige Abgeordnete wischten sich verstohlen Tränen aus den Augen.
"Auschwitz war nicht das Ende", betonte Elias. Er verwies auf Ruanda und Darfour, erinnerte an das Morden und Sterben dort. "Noch immer sterben täglich Menschen wegen ihrer Religion oder Hautfarbe", beklagte der 86-Jährige. Die Morde der rechtsradikalen Neonazis, "die immer noch vorhandene NPD" sowie nationalistischer Parteien in anderen Ländern mahnten "zu allergrößter Aufmerksamkeit". Die Demokraten seien aufgefordert, Gesicht zu zeigen. Der von Otto Frank gegründete Anne-Frank-Fonds in Basel, in den die Erlöse aus dem weltweiten Verkauf des "Tagebuchs der Anne Frank" einfließen, unterstütze deshalb eine Vielzahl von Projekten, die im Sinne von Anne Frank und Otto Frank Bildung, Dialog, Völkerverständigung und Überwindung von Vorurteilen und Rassismus fördern. " Auch in Israel, aber nur solche Initiativen, die mit Palästinensern zusammenarbeiten", betonte Elias, der der Präsident des Anne-Frank-Fonds ist.
Die Anwesenden erhoben sich und dankten Buddy Elias mit minutenlangem Applaus, in seiner Person ehrten sie die Opfer des Nationalsozialismus.
Landtagspräsident Detlef Gürth (CDU) hob in seiner Ansprache hervor, dass Buddy Elias und dessen Frau Gerti in diesen Tagen in Osterwieck, Halberstadt (beide Landkreis Harz), Halle und Magdeburg mit Hunderten Schülern zusammengekommen sind. Wenn "Augenzeugen und Chronisten einer Schreckensherrschaft, die in zwölf Jahren 65 Millionen Menschen das Leben kostete", berichteten, helfe dies, "unsere Demokratie zu festigen", sagte Gürth. Er betonte: "Wir sind nicht verantwortlich für die Verbrechen der Nazis zwischen 1933 und 1945. Aber wir tragen Verantwortung dafür, dass sich das nie wiederholt." Der Holocaust sei möglich geworden wegen "Gleichgültigkeit, Wegsehens, Feigheit oder gar Sympathie und Unterstützung aus der Mitte der Gesellschaft", meinte Gürth. Er brandmarkte Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit und Gleichgültigkeit gegenüber der Demokratie als Nährboden für rechtsextremistische Gewalttaten. "Wir müssen die Demokratie wehrhaft verteidigen und dürfen dem Rechtsextremismus keinen Raum geben", forderte der Landtagspräsident.
Im Anschluss an die Gedenkstunde wurde im Landtag die Ausstellung "Die andere Seite der Welt" der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Oswiecim (Auschwitz) eröffnet.
Zuvor hatten Vertreter des Landtags und der Landesregierung sowie der Landeshauptstadt Magdeburg zum Gedenken an die Opfer des KZ-Außenlagers "Magda" und an die ermordeten Magdeburger Sinti und Roma Kränze und Blumen niedergelegt. Seite 4
Magdeburg (ri). Schulen für alle Abschlüsse: Die Landesregierung hat Ideen für die neue Gemeinschaftsschule offiziell vorgestellt. Ein weiterer Aspekt der runderneuerten Bildung in Sachsen-Anhalt soll die Berufsausbildung mit Abitur sein... weiterlesen
Wernigerode (tk). Der Harztourismus hat im Vorjahr das 2010er-Gästeminus ausgleichen können. Die gestern vom Verband in Goslar präsentierten Zahlen machen zugleich deutlich... weiterlesen
Magdeburg (bk). Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) läutet die Alarmglocken. Grund dafür ist die Verkehrsunfallstatistik 2011. Zwar ist die Zahl der Unfälle im Vergleich zu 2010 um mehr als 7500 zurückgegangen... weiterlesen
Magdeburg - Freude im Magdeburger Zoo: Rund zwei Monate nach der Geburt von Nashorn Mala ist dort am Mittwoch eine Giraffe zur Welt gekommen. Um 12... weiterlesen
![]() |
Noch ist Griechenland nicht verloren. Aber die von den Finanzministern der Euro-Länder zum zweiten... mehr
Halle - Der Bergzoo Halle übernimmt am Freitag zwei nach Deutschland geschmuggelte Baumpythons... weiterlesen
Berlin - "Für immer jung": Mit diesem Albumtitel feiert die Band City in diesem Jahr ihr 40... weiterlesen
Magdeburg - Die Polizei hat am Mittwoch im Keller eines Mehrfamilienhauses in Magdeburg eine... weiterlesen
Magdeburg - Die ersten Gemeinschaftsschulen in Sachsen-Anhalt sollen im August kommenden Jahres an... weiterlesen
Magdeburg - Den Tierheimen in Sachsen-Anhalt fehlt Geld - jetzt können sie mit Hilfe vom Land... weiterlesen
Hier in Deutschland muß der Polizist nachweisen, dass sein Handeln "gerechtfertigt " war. NEIN ,falscch - der Täter muß nachweisen ,dass das Handeln der Ordnungsorgane nicht gerechtfertigt war. Bsp. USA: wer dort Polizisten angreift oder verletzt wird über ein Sofortgericht ohne viel Federlesen für ein Jahr eingebuchtet. Und hier in Deutschland Bsp. Demos sind sogar Politiker dabei wenn es um Gewalt,Zerstörung,Vandalismus,Angriffe auf die Polizei geht.Bestes Beispiel Gorleben - jedes Jahr.Wenn ich das machen würde wäre ich für Jahre weggesperrt !
völliger Schwachsinn der Tunnel ist völlig ok und es wird auch zeit das Oschersleben nicht immer "2 geteilt" ist es nervt, so oft wie man vor den Schranken steht !!! Sollten dann aber die Bahnübergänge Fabrikstraße und Anderslebener Straße geschlossen werden gibt es nur noch einen weiteren Bahnübergang was für Oschersleben zu wenig ist. Man müsste mind. 1 weitere Möglichkeit lassen für Notfälle. man weiß ja nie .....
Dessau-Roßlau - Mit einem Festakt und einem Konzert im Anhaltischen Theater Dessau startet heute um... weiterlesen
Kommentar: In ausgewählten Rubriken haben Sie die Möglichkeit, direkt Ihre Meinung zu einem Artikel... weiterlesen
Magdeburg l Der Mann sitzt in einer Behörde Sachsen-Anhalts und ist für die Ausschreibung eines... weiterlesen
Ein Feuerwerk der guten Laune verbreiteten die Aktiven und jede Menge Zugabe des Narrenbunds... weiterlesen
Noch größer, noch spektakulärer, noch mehr Party - dieses Versprechen hat die vierte Auflage des 89... weiterlesen
Foto-Impressionen von der Karnevalssitzung in Burger Stadthalle Um die Fotos zu sehen... weiterlesen
Foto-Impressionen vom Biederitzer WintermarschUm die Fotos zu sehen, klicken Sie bitte auf die... weiterlesen