Die Landesregierung habe sich dem Thema fehlender Stellen an den Schulen angenommen, heißt es aus den Regierungsfraktionen. Die Opposition widerspricht: Das Land steuere auf einen akuten Mangel zu.
Magdeburg l "Es ist leider schon seit langem abzusehen gewesen, dass zu wenige junge Lehrer an Sachsen-Anhalts Schulen eine Stelle finden", kommentiert Wulf Gallert, Linke-Fraktionsvorsitzender im Landtag, das gestern von der Volksstimme aufgegriffene Problem. Die Situation sei auch deshalb verheerend, "weil wir in Sachsen-Anhalt auf eine schlimme Situation zusteuern: Ab dem Schuljahr 2013/14 werden beginnend in den Grundschulen Lehrer fehlen." Es sei durchaus denkbar, dass in Zukunft fehlende Lehrer - und nicht wie bisher fehlende Schüler - die Existenz von Schulstandorten gefährden. Die Forderung der Linken: Schon jetzt mit mehr Einstellungen die Nachwuchslehrer im Land halten und mehr Flexibilität zulassen - sprich Lehrer auch an Schulformen einsetzen, für die sie ursprünglich nicht ausgebildet sind. Es gelte, die Lehrer jetzt ans Land zu binden, denn der Kampf um guten Nachwuchs sei zwischen den Bundesländern längst entbrannt. Sachsen-Anhalt drohe gegenüber Ländern wie Niedersachsen oder Hessen, aber auch gegenüber Brandenburg ins Hintertreffen zu geraten.
Christoph Erdmenger, stellvertretender Vorsitzender der Grünen-Fraktion, sieht dies ähnlich: "Der Landeshaushalt hat das Potenzial für Neueinstellungen: Mehreinnahmen sollten nicht allein in die Konsolidierung fließen." Zudem fordert Erdmenger eine zuverlässige und am künftigen Bedarf und nicht allein an Haushaltswerten orientierte Personalpolitik. Ohne eine Belastung für den Haushalt wäre zudem ein Zuwachs an Lehrern durch großzügigere Regelungen für die Teilzeitarbeit denkbar.
Corinna Reinecke ist bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion und steuert gegen: Natürlich müsse alles dafür getan werden, hoch qualifizierte, junge Menschen im Land zu halten. Allerdings könne es keine Arbeitsplatzgarantien geben. "Wer etwas anderes verspricht, weckt Erwartungen, die niemand erfüllen kann", schreibt sie. Immerhin habe das Land die Initiative ergriffen: Die Zahl der Referendariatsstellen sei in diesem Jahr fast verdoppelt worden, und in den kommenden fünf Jahren würden 1200 neue Lehrer eingestellt.
Vor diesem Hintergrund hofft Jürgen Weigelt, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, dass es sich bei den in der Volksstimme vorgestellten Beispielen um Einzelfälle und keine Massenerscheinung handelt. Gerade das Berufsbild von Sekundar- und Berufsschullehrern müsse aber verbessert werden, damit nicht allein das Studium zum Gymnasiallehrer begehrt ist.
Als positives Signal bezeichnet Jürgen Mannke, Landesvorsitzender des Philologenverbands, die zwischen Gewerkschaften und dem Land vereinbarte Altersteilzeitregelung. Da viele der älteren Kollegen das Angebot nutzen wollen, rechnet auch Mannke für die Zukunft mit einer höheren Zahl an freien Lehrerstellen. "Zudem sollte - auch zur Verbesserung der individuellen Förderung - über geringere Klassenstärken und damit über neue Stellen nachgedacht werden." Seite 24
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Der Tunnel kommt doch ....! Die Typen vom BUND (die noch auf Kosten der Steuerzahler agieren) machen die ganze Thematik TUNNEL um das doppelte teurer. Das diese "Fraktion" nicht endlich beiseite geschoben wird, ist mir unverständlich. Was ist das bloß für eine Gesellschaft ?! Zu DDR-Zeiten war dieser tunnel im Gespräch, weil er gebraucht wurde und gebraucht wird. Nur mit dem Unterschied, die DDR hatte kein Geld. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Sache durchziehen !
Vergesst die inzwischen verschwundenen Museen nicht! Da gehen große Kostbarkeiten verloren - wie im Fall des in Sachsen-Anhalt einmaligen und großen Natur- und Völkerkunde-Museums "Julius Riemer" in Wittenberg. Das hat inzwischen geschlossen und es steht in den Sternen, ob es je wieder in annähernd der Größenordnung zu sehen sein wird wie bisher. Siehe auch www.riemer-museum.de - die Webseite der Bürgerinitiative, die versucht, das Museum zu retten. Dort gibt es auch eine Fotogalerie (im Aufbau) über die breit gefächerte Sammlung kostbarer und kostbarster Zeugen der Entwicklung des Lebens und vor allem der Menschheitskultur.
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