
Magdeburg l Der 22-Jährige, der gestern in Handschellen in den Saal E12 des Magdeburger Landgerichts geführt wurde, ist das, was die Staatsanwaltschaft gemeinhin als ein "nicht typisches Opfer" bezeichnet. Sitzt doch Sebastian T. seit September 2010 in der Jugendanstalt Raßnitz, verurteilt wegen Diebstahls und Einbruchs. Mit seiner "Arbeit", wie er gestern seine Diebeszüge umschrieb, habe er unter anderem seinen täglichen Drogenkonsum finanziert.
Der Mann im olivgrünen Parka sollte sich gestern allerdings als Zeuge zu Straftaten äußern, deren Opfer er am 28. Juli 2009 geworden sein soll. Allerdings wird die 2. Große Strafkammer, bis sie sich ein Urteil gebildet hat, noch eine Menge Fragen klären müssen. In einem Fall, den selbst das Opfer gestern "nicht mehr auf die Reihe" gekriegt hat.
Verantworten müssen sich zwei junge Männer wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Raubes.
Ein dritter Angeklagter war zum Prozessauftakt erst gar nicht erschienen. Sein Anwalt Patrick Dreesen: "Wochen vor den Verhandlungen meldet sich mein Mandant mehrfach bei mir. Aber kurz vor den Prozessen höre ich jedes Mal nichts mehr von ihm." Das Gericht hat Tobias S. (25) gestern zum kommenden Dienstag nachgeladen. In der Hoffnung, dass er dann auch kommt.
Staatsanwalt Peter Fröhlich fasste in der Anklage die Ermittlungsergebnissse zusammen. So sollen Florian B. (22), Tobias S. (25) und Markus G. (23) in der Tatnacht gegen 23 Uhr Sebastian T. in seiner Wohnung im Magdeburger Wohngebiet Kannenstieg misshandelt, gequält und beraubt haben.
Von Schlägen, Tritten war die Rede, von Hieben mit einem Schlagstock, der dabei zu Bruch ging, vom Ausdrücken brennender Zigarettenkippen auf Arm, Brustwarze und Augenlid, dem Werfen eines PC-Monitors gegen die Brust. Die Täter sollen zudem versucht haben, dem Opfer die Hände mit Sekundenkleber festzukleben. Als das aufgrund der Gegenwehr nicht geklappt habe, hätten die jungen Männer versucht, T. die Hände auf den Bauch zu kleben.
Das Motiv für diese Übergriffe sei die Vermutung gewesen, dass Sebastian T. "etwas mit einer 14-Jährigen hatte".
In dieses Motivbild passt allerdings kaum, dass die drei Angeklagten nach der Misshandlung des Wohnungsinhabers - so die Anklage - gleich noch diverse Sachen wie zwei Handys, DVD-player, MP3, Playstation 2 und eine Stange Zigaretten mitgehen ließen. Darunter Dinge, die das Opfer selbst gestohlen hatte.
Florian B. äußerte sich gestern nicht zu den Vorwürfen. Für ihn könnte die Sache eng werden, wurde er doch erst im Sommer 2011 zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt, weil er zu einem Quartett gehört hatte, das einen 21-Jährigen als "Hausdiener" gehalten, ihn gequält und gezwungen hatten zu stehlen, um so an Geld für Drogen und Alkohol heranzukommen. Auch Tobias S. hatte zu der Jugendbande gehört.
Marcus G. stritt gestern ab, bei der Tat dabei gewesen zu sein.
Als erster Zeuge wurde Sebastian T. gehört. Und seine Antworten waren unkonkret. So konnte er bis auf den nichtanwesenden Tobias S. niemanden identifizieren. Er habe die Namen der Täter erst von einer Bekannten erfahren.
Der Zeuge konnte den Angeklagten auch keine konkreten Taten zuordnen. Was allerdings für eine Verurteilung unbedingt nötig ist. Aussagen, die er am Morgen nach der Tat und ein halbes Jahr später bei der Polizei getroffen hatte, wies er zum Teil als "nicht gesagt" zurück. So auch die Sache mit der schwarzen Pistole, mit der er bedroht worden sein soll.
Er sei voll auf Droge gewesen.Cannabis, Speed, Tabletten, und "gesoffen" habe er auch jeden Tag.
Dass er gezwungen worden sei, sich auszuziehen, fotografiert wurde und das Bild ins Internet gestellt wurde, daran erinnerte er sich allerdings.
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Der Tunnel kommt doch ....! Die Typen vom BUND (die noch auf Kosten der Steuerzahler agieren) machen die ganze Thematik TUNNEL um das doppelte teurer. Das diese "Fraktion" nicht endlich beiseite geschoben wird, ist mir unverständlich. Was ist das bloß für eine Gesellschaft ?! Zu DDR-Zeiten war dieser tunnel im Gespräch, weil er gebraucht wurde und gebraucht wird. Nur mit dem Unterschied, die DDR hatte kein Geld. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Sache durchziehen !
Vergesst die inzwischen verschwundenen Museen nicht! Da gehen große Kostbarkeiten verloren - wie im Fall des in Sachsen-Anhalt einmaligen und großen Natur- und Völkerkunde-Museums "Julius Riemer" in Wittenberg. Das hat inzwischen geschlossen und es steht in den Sternen, ob es je wieder in annähernd der Größenordnung zu sehen sein wird wie bisher. Siehe auch www.riemer-museum.de - die Webseite der Bürgerinitiative, die versucht, das Museum zu retten. Dort gibt es auch eine Fotogalerie (im Aufbau) über die breit gefächerte Sammlung kostbarer und kostbarster Zeugen der Entwicklung des Lebens und vor allem der Menschheitskultur.
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