Sachsen-Anhalts Film- und Kreativwirtschaft boomt: Sie ist der dritt-wichtigste Wirtschaftssektor, sagt Rainer Robra, verantwortlich für die Medienpolitik des Landes. Alexandra Kunze hat mit dem Staatskanzlei-Chef gesprochen.
Volksstimme: Herr Robra, die Hallenser Produktion "In Darkness" ist kürzlich für den Oscar als bester nicht-englischsprachiger Film nominiert worden. Überrascht Sie das?
Rainer Robra:Der Film und seine Oscar-Chancen wurden in der Szene schon länger diskutiert - wenn auch eher in Polen, wo der Film spielt und wofür er in den Wettbewerb geschickt worden ist. Die Nominierung zeigt, dass es dem Hallenser Produzententeam von Schmidtz Katze Filmkollektiv gelungen ist, in ihrem zehnjährigen Bestehen ein internationales Netzwerk zu knüpfen, das solche Beteiligungen möglich macht.
Volksstimme: Dennoch wurde die sachsen-anhaltische Beteiligung an der deutsch-polnischen Koproduktion kaum wahrgenommen. Im Mittelpunkt der Berichterstattung über deutsche Oscar-Hoffnungen standen Wim Wenders Dokumentation "Pina" und Max Zähles Kurzfilm "Raju".
Robra: Das ist ein Wahrnehmungsproblem: Die Filmwirtschaft ist mittlerweile so stark verflochten, dass es den klassischen nationalen Film kaum noch gibt. Dafür ein Bewusstsein zu wecken, ist bei "In Darkness" noch nicht gelungen. Übrigens steckt auch in "Pina" ein bisschen Sachsen-Anhalt: Marketing und Vertrieb für den Film hat die Firma Neue Film Produktion mit Zweigsitz in Halle übernommen. Beide Projekte wurden von der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM) finanziell unterstützt.
Künftig 2,75 Millionen Euro
Volksstimme: Was genau ist die MDM?
Robra: Das ist die klassische Film- und Medienförderung von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, die alle Projektphasen vom Drehbuch über die Produktion und Postproduktion bis hin zum Vertrieb mit Darlehen unterstützt. Das jährliche Gesamtbudget liegt bei 12,5 Millionen Euro, Sachsen-Anhalt steuerte bisher 2,5 Millionen Euro bei. Mit dem Doppelhaushalt 2012/13 hat der Landtag eine Aufstockung um 250000 Euro beschlossen.
Volksstimme: Im Kulturbereich sind oft Kürzungen an der Tagesordnung - hier wird vergleichsweise viel Geld investiert.
Robra: Diese Aufstockung ist in erster Linie eine Inflationskorrektur, denn der Betrag war seit Gründung der MDM 1998 unverändert. Unser jährlicher Kulturetat liegt bei ungefähr 85 Millionen Euro. Unabhängig davon fließen künftig 2,75 Millionen Euro in die Medienförderung, die sowohl Kultur- als auch Wirtschaftsförderung ist. Im Vergleich zu den Filmförderungen anderer Länder liegt das absolut im Mittel. Außerdem kommen auf jeden Förder-Euro zwischen zwei und vier Euro, die von den Filmschaffenden zurück in den regionalen Wirtschaftskreislauf investiert werden, etwa für Dreharbeiten, Postproduktion oder auch in Versicherungen oder Catering-Ausgaben.
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Der Tunnel kommt doch ....! Die Typen vom BUND (die noch auf Kosten der Steuerzahler agieren) machen die ganze Thematik TUNNEL um das doppelte teurer. Das diese "Fraktion" nicht endlich beiseite geschoben wird, ist mir unverständlich. Was ist das bloß für eine Gesellschaft ?! Zu DDR-Zeiten war dieser tunnel im Gespräch, weil er gebraucht wurde und gebraucht wird. Nur mit dem Unterschied, die DDR hatte kein Geld. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Sache durchziehen !
Vergesst die inzwischen verschwundenen Museen nicht! Da gehen große Kostbarkeiten verloren - wie im Fall des in Sachsen-Anhalt einmaligen und großen Natur- und Völkerkunde-Museums "Julius Riemer" in Wittenberg. Das hat inzwischen geschlossen und es steht in den Sternen, ob es je wieder in annähernd der Größenordnung zu sehen sein wird wie bisher. Siehe auch www.riemer-museum.de - die Webseite der Bürgerinitiative, die versucht, das Museum zu retten. Dort gibt es auch eine Fotogalerie (im Aufbau) über die breit gefächerte Sammlung kostbarer und kostbarster Zeugen der Entwicklung des Lebens und vor allem der Menschheitskultur.
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