Magdeburg l Das Ende der Schweinezucht bei Straathof in Gladau hat die Debatte um mehr Tierschutz und schärfere Kontrollen im Landtag befeuert. Agrarminister Hermann Onko Aeikens (CDU) kritisierte am Freitag, dass die Missstände im Betrieb des niederländischen Unternehmers längst hätten abgestellt werden können. Er forderte die kommunalen Kontrollbehörden auf, "das Tierschutzrecht in unseren Ställen durchzusetzen".

Straathof hatte am Donnerstag angekündigt, seine Anlage in Gladau zu schließen, nachdem die Behörden im Jerichower Land ein Haltungsverbot wegen mehrfacher Verstöße gegen den Tierschutz ausgesprochen hatten. Für Dorothea Frederking, Agrar-Expertin der Grünen, stellt das Verbot eine Zäsur dar. "Auch andere, die Tiere quälen, müssen jetzt fürchten, dichtgemacht zu werden", sagte sie. "Das ist eine Wende in der Tierhaltung".

Grüne und Linke brachten im Zuge der Debatte jeweils Anträge ein, in denen sie unter anderem die Begrenzung von Tierbeständen in den Betrieben fordern. "In den Tierfabriken, die es in unserem Land gibt, werden Tiere doch nur noch als Bioreaktoren gehalten, sie werden systematisch gequält", kritisierte Frederking.

Das wollte Agrarminister Aeikens so jedoch nicht stehen lassen. Er forderte eine sachliche, wissenschaftliche Debatte darüber, wie der Tierschutz in den Betrieben verbessert werden kann und warnte davor, dass striktere Vorschriften nicht dazu führen dürften, dass die Betriebe ihre Tierproduktion in andere Länder verlagern. "Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung isst Fleisch, da ist es mir lieber, deren Produktion findet hier statt und nicht woanders." Den Grünen warf Aeikens außerdem vor, dass sie zwar immer neuere Forderungen zum Tierschutz im Landtag einbringen würden, grüne Minister anderer Bundesländer im Bundesrat jedoch oftmals schon gegen Vorschläge aus Sachsen-Anhalt gestimmt hätten. "Da sollten sie erst mal in ihrer Partei aufräumen", rief Aeikens der Grünen-Fraktion im Landtag zu.

Über die Anträge von Grünen und Linken stimmte das Plenum nicht ab. Sie wurden in die Ausschüsse verwiesen, um dort von den Fachpolitikern weiter beraten zu werden.