Unverantwortlich, mit welchen Namen manch Eltern ihren Nachwuchs in die Welt schicken. Sebastian, Paul, Kerstin, Emma - fürchterlich! Das gibt`s doch alles schon. Diese Massen-Notlösungen sind jedoch nicht verwunderlich angesichts der Tatsache, dass man für eine Neukreation nur seinen laienhaften Sachverstand zur Verfügung hat.

Um in dieser Misere Abhilfe zu verschaffen, bietet die Schweizer Agentur "Erfolgswelle" seit ein paar Wochen professionelle Hilfe an. Sie kreiert ihren Kunden einen einzigartigen Babynamen. Das kostet zwar 28000 Euro. Dafür tüfteln am Ergebnis aber 31 Angestellte - 13 Texter, vier Historiker, zwölf Übersetzer und zwei Markenanwälte.

Die denken sich selbstverständlich nicht irgendeine Buchstabenkombination aus. Nein, sie erschaffen einen Namen mit "Wohlklang und Rhythmus", verspricht die Firma auf ihrer Internetseite. Einen, der zum kulturellen Hintergrund der Familie passt. Zudem entwickeln sie eine "glaubwürdige neue Geschichte und Mythologie rund um den neuen Namen". Um sicherzugehen, dass er keinen Mumpitz bedeutet, wird in zwölf Sprachen die Übersetzung abgeklopft. Und die Anwälte überprüfen, ob es nicht schon eine gleichlautende Marke gibt.

Welche Namen die Schweizer Firma schon erfunden hat, darf sie den Medien leider nicht verraten. Die Kunden wollen ja nicht, dass ihr teuer bezahltes Statussymbol gleich kopiert wird.

Wer nun gerade keine 28000 Euro zur Hand hat, dem sei an dieser Stelle eine abgespeckte, dafür aber kostenfreie Version empfohlen: die Internetseite www.chantalisator.de. Dort gibt man einen bereits existierenden Namen ein und erhält eine unverbrauchte Version. Hätte es das doch schon vor 30 Jahren gegeben, dann hieße die Autorin dieses Textes "Elisée-Kyelle".Elisa Sowieja