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Heute verabschiedet Ministerpräsident Reiner Haseloff die Sportler, die bei den Olympischen Spielen und den Paralympics in London die Landesfarben vertreten sollen. Volksstimme-Redakteurin Janette Beck sprach vorab mit Sportminister Holger Stahlknecht (CDU) über die Erwartungen an und die Zukunft des Leistungssports nach London.
Volksstimme: Als vor zwei Jahren das Team London berufen wurde, hatte man sich ehrgeizige Ziele gesteckt: Ausgehend von Peking 2008, als 19 Athleten aus Sachsen-Anhalt im Team standen, gingen kühne Prognosen davon aus, dass vier Jahre später sogar 20 bis 25 Sportler das begehrte Ticket lösen. Das war, wie sich nun herausstellt, zu optimistisch gerechnet. Können Sie damit leben, dass nicht alle Blütenträume reiften?
Holger Stahlknecht: Letztendlich wird doch ein sportlicher Erfolg oder Misserfolg - auch und gerade bei Olympia - an den Medaillen festgemacht. Im Moment reden wir noch über einzelne Mosaiksteine, die sich erst in London nach und nach zu einem Gesamtbild fügen werden. Erst wenn wir dieses haben, macht eine Bewertung oder möglicherweise Kritik Sinn. Oft bedeutet ja Quantität auch nicht gleich Qualität - mir ist es also lieber, dass von zehn Olympioniken drei mit einer Medaille heimkehren als 20 mit keiner einzigen.
"In der Außenwahrnehmung zählen nur die, die ganz oben auf dem Podest stehen"
Volksstimme: Heißt das, für Sie ist eine Endkampfteilnahme oder ein vierter Platz schon ein Misserfolg?
Stahlknecht: Für mich persönlich zählt natürlich der olympische Gedanke, und jede sportliche Höchstleistung ist schätzenswert. Wer es zu Olympischen Spielen oder Paralympics schafft, ist aus meiner Sicht schon ein Held. Und auch aus politischer Sicht ist jeder einzelne Olympionike zuallererst ein Sympathieträger und sportlicher Botschafter unseres Bundeslandes. Aber wir sind nun mal auch eine Leistungs- und Mediengesellschaft. Und die Medien geben eben auch vor, wie Erfolge in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.
Für den Sport gilt das besonders: In der Außenwahrnehmung zählen nur die, die ganz oben auf dem Podest stehen. Der Zweite ist der erste Verlierer und ein vierter Platz interessiert kaum noch jemanden. Nehmen wir das Beispiel Fußball: Da weiß doch später keiner mehr, wer bei einer WM das kleine Finale gewonnen hat, da zählen letztendlich nur die Sterne auf dem Trikot. Das ist brutal und mag in manchen Augen auch unfair sein, aber so ist das Leben, so ist der Sport.
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