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Unter dem Motto "Insel fluten - Gegen den Volksmob, seine Apologeten und Aufstachler" lud das Bündnis 8. Juli gestern zur Demonstration ein. Trotz des aggressiven Mottos blieb alles ruhig.
Insel/Stendal l Es ist kurz nach halb drei, als gestern etwa ein Dutzend junger Leute am Stendaler Bahnhofsvorplatz in den Bus steigen. "Mehr werden wir nicht", begründet einer aus der Gruppe - er stellt sich als Fabian vor - den Aufbruch Richtung Insel, wo sie "gegen den Volksmob und die Politiker, die mit ihm reden" demonstrieren wollen, gibt er freimütig zu Protokoll: "Und gegen die Doppelmoral der Inseler", ergänzt ein zweiter Mann, um die 20.
Eine Busladung der per Zug nach Stendal angereisten etwa 50 Gleichgesinnten hatten die Organisatoren der Aktion bereits eine knappe Stunde zuvor nach Insel gebracht. Zum ersten, was sie bei der Ankunft in Stendal zu sehen bekommen, gehören Polizeibeamte. Mit sechs Einsatzfahrzeugen haben sie vor dem Bahnhofsgebäude Position bezogen, zeigen Präsenz, dezent, aber unübersehbar. Hin und wieder patrouillieren sie zu zweit über den Bahnsteig 1.
Der "Kontakt" mit ihnen sei normal abgelaufen, sagt Fabian. "Sie haben uns gesagt, wie wir in Insel reinfahren sollen und so. Das geht in Ordnung." Aus Halle und Umgebung seien die Demonstraten dem Aufruf gefolgt, aus Berlin und einige auch aus der Gegend um Magdeburg herum, ist aus der Gruppe zu erfahren. "Ein paar Leute werden vielleicht noch individuell anreisen. Aber Insel zieht eben nicht so wie Aktionen in einer Großstadt", kommentiert Fabian achselzuckend, bevor sich die Bustür hinter ihm schließt. Der Wagen rollt an, gefolgt von vier der sechs Polizeifahrzeuge.
In Insel werden die Mitdemonstranten freudig begrüßt, ebenso wie eine Gruppe, die mit einem Bus aus Berlin angereist ist. Bevor es losgehen kann, verliest Moderator Egon Kretz die Auflagen. Darin heißt es unter anderem, dass der beantragte Demonstrationsweg eingehalten werden, die Veranstaltung um 18 Uhr beendet sein muss. Kretz nimmt's mit Humor: "Für Hunde, Hühner und Frettchen gilt Leinen- und Maulkorbzwang." Zu den Beobachtern am Rande gehört der Landtagsabgeordnete Sebastian Striegel (Bündnis 90/Die Grünen). "Es ist gut, dass das Oberverwaltungsgericht die Demonstration genehmigt hat, das Verbot war völlig sinnfrei", meint er. Die Polizeidirektion Nord hatte die Veranstaltung aus Sicherheitsbedenken untersagt, was vom Verwaltungsgericht bestätigt wurde.
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