Newsticker
Der Landtag hat gestern über die Verbesserung der Kinderbetreuung im Land diskutiert. Landesregierung und Linke haben eigene Gesetzesentwürfe eingebracht. Im Ziel sind sich Koalition und Opposition einig - der Weg dorthin bleibt jedoch umstritten.
Magdeburg l Die zahlreichen Zuschauer erlebten die Parlamentarier in der Debatte um das neue Kinderförderungsgesetz (Kifög) gestern in seltener Einmütigkeit. Tenor: Wir wollen nur das Beste für unsere Kinder! Was das Beste ist und wie viel die Verbesserungen kosten dürfen, darüber jedoch stritten die Fraktionen - bisweilen sehr emotional. Beinahe zehn Jahre alte Wunden brachen wieder auf, als Monika Hohmann (Die Linke) CDU und SPD an deren Zustimmung zum aktuell gültigen Kifög mit seinen starken Einschnitten in der Kinderbetreuung im Jahr 2003 erinnerte.

Mancher SPD-Genosse gab damals nur mit großen Bauchschmerzen sein Ja - vorneweg der heutige Sozialminister Norbert Bischoff. Stolz verkündete er heute bei der Einbringung des Entwurfes der Landesregierung: Auftrag erfüllt! Bischoff konnte nicht allen alles, aber vielen etwas recht machen: Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, kehrt das Land zum Ganztagsanspruch für alle Kinder zurück, entlastet Mehrkindfamilien und greift den Erziehern unter die Arme (siehe Infokasten). "Das war kein einfacher Weg. Es sind noch viele Diskussionen nötig, und ich beanspruche nicht, dass unser Entwurf das letztendlich Mögliche ist", sagte Bischoff. Dennoch: Das neue Kifög ist eine "große Nummer". Das findet auch seine Parteikollegin Petra Grimm-Benne. "Die Ganztagsbetreuung in den Kitas war schon immer ein sozialdemokratisches Projekt", sagte sie. Raunen und Schmunzler bei der Linken. "Schön, dass Koalition und Linke das gleiche Ziel haben", sagte Monika Hohmann. Ihrer Fraktion und den Bündnisgrünen gehen die Vorschläge jedoch nicht weit genug, sie brachten deshalb einen eigenen Entwurf bzw. einen Änderungsantrag ein. Beide pochen auf Einhaltung des aktuellen Betreuungsschlüssels mit realistischer Berechnungsgrundlage oder sogar Verbesserungen. Dafür brauche es aber auch deutlich mehr Personal, mahnte Cornelia Lüddemann, Grüne. Ein Anspruch auf acht Stunden Betreuungszeit würde ihr genügen: "Die Eltern müssen auch in die Pflicht genommen werden, sich um ihre Kinder zu kümmern."
"Alles schön, was Sie vorschlagen. Aber wir reden von den Kindern der Zukunft, und denen dürfen wir keine Schulden aufbürden", sagte Eduard Jantos, CDU. Mit Blick auf die Proteste der Kifög-Gegner auf dem Domplatz am gleichen Morgen beschlich ihn das Gefühl, "dass wir das Allerletzte sind". Dabei, so erinnerte Jantos die Parlamentarier, sei die Kinderbetreuung in Sachsen-Anhalt bereits heute bundesweit führend. Auch er könne sich eine Verbesserung des Personalschlüssels vorstellen, aber es fehle an Geld.
Nach einstündiger Debatte einigten sich die Fraktionen auf Verweisung des Themas in die Ausschüsse. Nach der Sommerpause soll es eine Anhörung zum Kifög geben, in der sich auch die Gegner noch einmal äußern können. Nach den Plänen der Landesregierung soll das neue Kinderförderungsgesetz zum 1. August 2013 in Kraft treten. Seite 5
| Der Volksstimme.de-Newsletter: Das Wichtigste vom Tage kostenlos per E-Mail. Bitte tragen Sie hier Ihre E-Mail-Adresse ein und klicken anschließend auf "Absenden" (Mit dem Eintragen und Abschicken Ihrer E-Mail-Adresse haben Sie unsere Datenschutzbestimmungen akzeptiert.): | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
Stellenangebote in Sachsen-Anhalt
Sie suchen eine neue Stelle oder einen neuen Job in Sachsen-Anhalt? In unserem Stellenmarkt finden Sie aktuelle
Stellenangebote.Immobilien und Wohnungen
Sachsen-Anhalt
Ob Wohnungen, Häuser, Grundstücke, Gewerbe - aktuelle Angebote für Sachsen-Anhalt finden Sie im Immobilienmarkt.Fahrzeugangebote in Sachsen-Anhalt
Auto, Motorrad, Transporter - suchen Sie ein neues Fahrzeug? In unserem KFZ-Markt für Sachsen-Anhalt finden Sie die aktuellen Angebote.Trauerfälle in Sachsen-Anhalt
Traueranzeigen, Danksagungen, Nachrufe und Gedenkanzeigen zu Trauerfällen in Sachsen-Anhalt finden Sie in unserem Trauermarkt.
Magdeburg (ri) Die Münchner Freiheit hat sich am Samstagabend die Ehre gegeben - und die Magdeburger... weiterlesen
Stendal/Borstel (mh). Ein Gleitschirmspringer ist am Sonnabenabend in Borstel verunglückt... weiterlesen
Blauer Himmel, strahlende Sonne und ein buntes Spektakel auf den Elbwiesen. Mehrere Tausend Besucher... weiterlesen
Im Harz steht die Nacht zum 1. Mai traditionell im Zeichen von Walpurgis. Die wohl bekannteste... weiterlesen
Rund 7000 Menschen haben am Dienstag in Halle gegen die geplanten Hochschulkürzungen des Landes... weiterlesen
Goslar. Wenn Leinwand-Beau George Clooney eines kann, dann das: Er bringt jede Frau zum Seufzen... weiterlesen
Kabelsketal - Der ostdeutsche Gasversorger Mitgas (Kabelsketal/Saalekreis) hat im Geschäftsjahr 2012... weiterlesen
Klein Gartz/Salzwedel - In der Altmark hat ein Sattelzug-Fahrer einen mit Kindern besetzten Bus in... weiterlesen
Magdeburg - SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wird in der kommenden Woche Sachsen-Anhalt besuchen... weiterlesen
Leipzig - Das Festnetz des Anbieters Vodafone ist am Donnerstag nach einem Stromausfall in der... weiterlesen
Leipzig/Magdeburg - Der lange Winter hat in Sachsen-Anhalt zu gravierenden Umsatzeinbrüchen am Bau... weiterlesen
Nun also doch! Die Uni-Kliniken in Magdeburg und Halle bleiben. Das hatte sich zuletzt angedeutet... mehr
Über 30.000 Euro kostet das Land die Ausbildung eines Mediziners. Über 70 Prozent praktizieren am... mehr
Der DAK-Gesundheitsreport gibt Anlass zur Sorge: Immer mehr Arbeitnehmer erkranken an psychischen... mehr